Neonazis

Neonazis bekennen sich zu Ideologie, Führungsfiguren und Organisationen des historischen Nationalsozialismus. Sie wollen daher die freiheitliche demokratische Grundordnung durch eine Diktatur nach NS-Vorbild ersetzen. Nicht alle Rechtsextremisten teilen diese Einstellung, allerdings verlaufen die Grenzen innerhalb des Gesamtspektrums fließend. Neonazistisches Gedankengut ist daher auch in anderen Szenebereichen zu finden, besonders im Parteienbereich und in der subkulturell geprägten Szene. 

Eine einheitliche Neonazi-Organisation gibt es nicht. Auf regionaler Ebene sind „Kameradschaften“ von Bedeutung, insgesamt geht der Trend jedoch hin zu sehr lockeren Personenzusammenschlüssen statt fester Strukturen. Dies dürfte unter anderem daran liegen, dass in der jüngeren Vergangenheit immer wieder neonazistische Vereinigungen verboten wurden. Hinzu kommt die Tendenz, dass sich bestehende Gruppierungen den rechtsextremistischen Parteien anschließen. Sie betreiben ihre verfassungsfeindliche Propaganda dann unter dem Schutz des Parteienprivilegs. Grundsätzlich sind die einzelnen Teile der Szene untereinander gut vernetzt und können einander bei Bedarf für Aktionen mobilisieren. 

In Baden-Württemberg, wo der Szene etwa 410 Personen angehören, waren in jüngster Zeit nur wenige öffentlichkeitswirksame Neonazi-Aktivitäten auszumachen. Klassische Betätigungsfelder in der Vergangenheit waren unter anderem Demonstrationen und die Beteiligung an Kampagnen. Szeneintern gibt es „Kameradschaftsabende“, die sowohl zur politisch-ideologischen Schulung als auch lediglich zum Zeitvertreib dienen können. Außerdem sind Neonazis im Internet aktiv, wo sie unter anderem Texte zu verschiedenen NS-Gedenktagen veröffentlichen.

Weitere Informationen finden Sie im Verfassungsschutzbericht ab Seite 197.


 

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