Beobachtungen
Die CISA
berichtet über eine Schwachstelle in Cisco Catalyst SD-WAN-Komponenten. Exponierte Systeme unterliegen einem kritischen Risiko der
vollständigen administrativen Übernahme (CVSS-Score 10.0). Da keine effektiven Workarounds existieren, sollten die
bereitgestellten Patch-Iterationen für den Fortbestand der Vertraulichkeit und Verfügbarkeit so schnell wie möglich
eingespielt werden. Verzögerungen induzieren unkalkulierbare Abflussrisiken sensitiver Datenströme.
Methoden
Der Angriffsvektor fokussiert die Peering-Authentifizierung innerhalb der SD-WAN-Fabric, wobei unauthentifizierte Remote-Akteure durch
präparierte HTTP/NETCONF-Requests interne Validierungsschleifen umgehen. Die Ausnutzung von CVE-2026-20127 resultiert in einer
Privilegieneskalation auf das Niveau hochprivilegierter interner User-Accounts. Täter manipulieren hierbei gezielt die
NETCONF-Schnittstelle, um die Konfigurationshoheit über das gesamte Overlay-Netzwerk zu erlangen. Lateral Movement wird hierdurch
trivialisiert. In Kombination mit CVE-2022-20775 erfolgt häufig die Transition von virtuellen Instanzen auf das zugrunde liegende
Host-Betriebssystem. Persistenz wird durch die Injektion unauthorisierter Peering-Events erlangt, die in Standard-Logs oft als
reguläre Kontrollverbindungen maskiert erscheinen.
Attribution
Ermittlungserkenntnisse der CISA und Partnerdienste identifizieren einen hochgradig professionalisierten Akteur, intern unter der Signatur
UAT-8616 geführt. Forensische Evidenzen belegen operative Aktivitäten, die mindestens bis in das Jahr 2023 zurückreichen,
was auf eine mehrjährige, unentdeckte Spionagekampagne hindeutet. Die technologische Präzision sowie die Zielauswahl korrelieren
mit Mustern bekannter APT-Gruppierungen aus dem asiatischen Raum. Die Raffinesse der Stealth-Methodik unterstreicht eine strategische
Ausrichtung auf langfristige nachrichtendienstliche Informationsgewinnung.
Empfehlungen
- Inventarisierung: Lückenlose Erfassung aller vManage- und vSmart-Instanzen im Verantwortungsbereich gemäß Emergency Directive 26-03.
- Expositionsminimierung: Implementierung strikter Access Control Lists (ACLs) zur Isolation der Management-Ports 22 und 830 auf explizit autorisierte Quell-IP-Adressen.
- Forensische Auditierung: Manuelle Validierung der Peering-Logs auf unidentifizierte Control-Connection-Events; Abgleich der Authentifizierungs-Zeitstempel mit bekannten Wartungsfenstern.
- Credential-Hygiene: Nach erfolgreicher Patch-Applikation ist ein vollständiger Roll-over sämtlicher administrativer Zertifikate und API-Keys durchzuführen, um latente Backdoors durch kompromittierte Secrets zu neutralisieren.
CISCO stellt einen ausführlichen Bericht sowie Handlungsempfehlungen zur Verfügung. Wir raten daher allen Stellen, die die betroffenen CISCO-Geräte und -Dienste im Einsatz haben, zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen.