Beobachtung
Die NSA und das FBI warnen in einem Joint Cybersecurity Advisory vor möglichen Cyberangriffen auf Industrie-Steuerungssysteme. Betroffen sind speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS/PLC) der Firma Siemens aus der Reihe Simatic S7. Potentielle Angriffsziele sind vor allem Unternehmen in der Wasser-, Chemie- und Energiewirtschaft sowie landwirtschaftliche Betriebe.
Methodik
Die Angreifer scannen Netzwerkinfrastrukturen um mit dem Internet verbundene Siemens-SPS-Anlagen zu identifizieren. Sind diese unzureichend abgesichert, nutzen die Angreifer KI-generierte Exploit-Skripte um Zugriff auf die Systeme zu erhalten. Die Folge können Ausspähung und Sabotage der industriellen Prozesse sein, etwa der Abfluss sensibler Informationen sowie Ausfälle, Unfälle und dauerhafte Schäden. Dies kann auch weitere vernetzte Systeme betreffen.
Betroffen sind besonders folgende Serien der Siemens Simatic S7:
- S7-200 Serie
- S7-300 Serie
- S7-400 Serie
- S7-1200 Serie
- S7-1500 Serie
Attribution
US-Sicherheitsbehörden schreiben den Angriff einem bisher unbekannten Akteur zu. Unbestätigten Medienberichten zur Folge wird indes ein iranischer Hintergrund vermutet. Schwerpunkt der Angriffe sind bisher vor allem Industrieanlagen in den USA, allerdings sind Siemens Simatic S7 SPS auch in Deutschland weit verbreitet.
Empfehlung
- Härtung von IT-Infrastruktur (insb. Netzwerktrennung, Sperrung relevanter Ports sowie Aktualisierung der Firmware)
- Monitoring und Detektion von Anomalien (z. B. gemäß DM-3P)
Eine Detaillierte Beschreibung der umzusetzenden Maßnahmen können dem Joint Cybersecurity Advisory entnommen werden.