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Rechtsextremistische Musik

Musik ist eines der wichtigsten Propagandamedien, über das entsprechende Inhalte in die rechtsextreme Szene transportiert werden. Auch einschlägig bekannte Bands aus Baden-Württemberg produzieren immer wieder Stücke, in denen sie ihre verfassungsfeindliche Gesinnung mehr oder weniger offen erkennen lassen. Ein Beispiel hierfür lieferten Anfang 2018 zwei Mitglieder der Band „Blutrausch“ aus dem Raum Südbaden. Sie veröffentlichten als „Blutrausch solo“ die CD „Heimatverliebt – Reconquista“. Darauf heißt es in dem Lied „Raus auf die Straße“ u. a.:

„RAUS AUF DIE STRAßE DENN DA GEHÖREN WIR HIN
FÜR DIE REVOLUTION DER AUFSTAND BEGINNT
GEGEN BESATZER, VOLKSTOD UND SYSTEM
DIE LETZTE BASTION, TOD ODER FORTBESTEHEN

KOMM STEH AUF ES LIEGT IN DEINER MACHT
GIB NIEMALS AUF DENN DU BIST WAS DU MACHST
WENN WIR NICHTS ÄNDERN STIRBT UNSER LAND
RAUS AUF DIE STRAßE ZUM WIDERSTAND“


Viele Texte rechtsextremistischer Skinheadbands hetzen außerdem gegen andere szenetypische Feindbilder wie Ausländer, Juden, Israel, die USA, Homosexuelle oder „Linke“. Bisweilen rufen sie auch direkt oder indirekt zur Gewaltanwendung gegen die genannten Feindbilder auf. Solche Fälle belegen zweifelsfrei den gewaltbejahenden Charakter zumindest von Teilen dieser Musikszene.
 
Bei Bands aus Baden-Württemberg bewegen sich die meisten Texte jedoch unterhalb der Schwelle zum konkreten Gewaltaufruf – wohl nicht zuletzt, weil die Verfasser um die möglichen juristischen Folgen wissen. Solche Befürchtungen dürften die Ursachen dafür sein, dass in den letzten Jahren sehr viel häufiger Liedtexte anderer Machart nachweisbar sind: mit einer dumpfen, inhumanen Atmosphäre aus Gewaltbereitschaft und Gewaltverherrlichung, aus Bekenntnissen zu Kampf und Krieg, aus Hass, Wut, Zorn, Feindseligkeit, Rachephantasien, Verachtung sowie Mitleid- und Gnadenlosigkeit – jedoch ohne Aufrufe zu konkreten Gewalttaten, manchmal sogar ohne eindeutige Benennung der Objekte von Hass und Wut.
 
Auch liefern die CDs immer wieder Belege dafür, dass sich zumindest Teile der rechtsextremistischen Skinheadszene zum historischen Nationalsozialismus bekennen. Dies geschieht z. B. durch die Vertonung von Texten aus NS-Traditionsbeständen. Allerdings sind solche Bekenntnisse für Außenstehende nicht immer zu entschlüsseln, zuweilen werden sie offenbar bewusst verschleiert.


Informationen zur rechtsextremistischen Skinheadmusikszene finden Sie auch im aktuellen Verfassungsschutzbericht ab Seite 176.


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