Rechtsextremismus | Aktionsformen

Innerhalb der rechtsextremen Szene werden die unterschiedlichsten Aktivitäten und Aktionsformen beworben. Häufig geschieht dies über das Internet, Flugblätter oder über Mundpropaganda.
Hohe Mobilität und teilweise modernste Standards bei der Ausstattung mit Kommunikationstechniken sind die Basis für bundesweite Kontakte und einen effektiven Informationsaustausch in der rechtsextremen Szene. Dies spielt vor allem bei der szeneinternen Vernetzung und der Koordinierung von Demonstrationen eine zentrale Rolle. 

Zu den rechtsextremistischen Demonstrationen zählen angemeldete wie unangemeldete Kundgebungen und Aufzüge. Einen erheblichen Anteil machen Eil- und Spontanversammlungen aus, deren Teilnehmerzahl meist im unteren zweistelligen Bereich liegt. Nach dem starken Rückgang des rechtsextremistischen Demonstrationsaufkommens in Baden-Württemberg zwischen 2007 und 2010 war 2013 – hauptsächlich aufgrund von NPD-Kundgebungen in der Zeit des Bundestagswahlkampfs – erneut ein deutlicher Anstieg auf 30 Demonstrationen zu verzeichnen (2011: 13; 2012: 20). Darüber hinaus nehmen baden-württembergische Rechtsextremisten zuweilen in beträchtlicher Zahl an einschlägigen Demonstrationen in anderen – vor allem in den angrenzenden – Bundesländern teil. 

Mittlerweile müssen deutsche Rechtsextremisten bei der Durchführung von Demonstrationen erhebliche Schwierigkeiten und Widerstände überwinden. Ebenso kommen innerhalb der Szene immer wieder Debatten über den Sinn öffentlicher Demonstrationen auf. Längst werden hier alternative, tatsächlich oder vermeintlich modernere Aktions- und Agitationsformen diskutiert und auch praktiziert, z. B. Flashmobs. 

So veröffentlichte etwa „Der Aktivist“, eine Zeitschrift der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN), einen Beitrag mit der Überschrift „Aktionsformen 2.0“. Darin wurden „Flugis [Flugblätter], Infotisch, Mahnwache oder, mit etwas mehr Aufwand, eine Demo“ zu den „bekannten und ausgetretenen Aktionsformen“ gezählt, die anzuwenden „zu einfallslos“ sei: „Alles nicht neu, alles nicht spannend, alles schon tausendmal dagewesen!“ Die gestiegene Zahl rechtsextremistischer Demonstrationen im Land von 2011 bis 2013 lässt jedoch vermuten, dass „klassische“ Demonstrationen weiterhin ihre Bedeutung im Rahmen der Propaganda des deutschen Rechtsextremismus behalten dürften. 

Bei diesen Veranstaltungen und ebenso im Internet werden auch andere Aktivitäten beworben. Diese reichen von politischen Veranstaltungen, Stammtischen, Zeltlagern und Gedenkfeiern bis hin zu flashmobartigen Fackelumzügen bei Nacht oder bei Faschingsumzügen. Die rechtsextreme Szene bedient sich dabei mancher Aktivitäten und Aktionsformen des vermeintlichen politischen Gegners bzw. von Subkulturen, die rechtsextremes Gedankengut mehrheitlich ablehnen.

Auf den folgenden Seiten sind beispielhaft einige rechtsextremistische Aktionsformen beschrieben.