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NPD | Zusammenarbeit mit Neonazis

Die NPD ist in Teilen neonazistisch ausgerichtet. Darüber hinaus bemüht sie sich bereits seit Jahren um eine intensivere Vernetzung mit der – bislang mehr oder weniger parteiunabhängigen – Neonaziszene. Zu diesem Zweck verfolgt sie seit dem Jahr 2004 eine „Volksfront“-Strategie: Dabei nimmt sie Neonazis nicht nur als einfache Mitglieder auf, sondern besetzt hohe Parteiämter mit überregional bis bundesweit bekannten Neonazi-Kadern. 

Zuweilen tarnt die NPD die in ihren Reihen vorhandenen neonazistischen Tendenzen, beispielsweise, indem sie Vertreter des historischen Nationalsozialismus (z. B. NS-Politiker) zwar zustimmend-positiv zitiert, diese Zitate aber nicht als solche kenntlich macht oder zumindest die ursprünglichen Autoren nicht nennt. So startete der RNF Anfang August 2019 eine Kampagne auf seinem Facebook-Profil, bei der täglich „eine Frau des nationalen Widerstandes“ vorgestellt werden sollte, die den Adressaten ihre jeweiligen „Lieblingszitate, Sprüche und politischen Aussagen“ mitteilte. Unter anderem wurden zwei Frauen „aus Württemberg“ präsentiert.
Am 9. August 2019 erfolgte die Vorstellung einer „Lisa aus Niedersachsen“. Die ihr zugeordnete Aussage lautete: „Die Frau hat auch ihr Schlachtfeld. Mit jedem Kind, das sie der Nation zur Welt bringt, kämpft sie ihren Kampf für die Nation.“ Der RNF verschwieg, dass es sich dabei nachweislich um eine Aussage Adolf Hitlers von 1935 handelt.

Annäherung mit Vor- und Nachteilen für die Partei 

Die NPD strebt offen und zum Teil mit Erfolg einen Schulterschluss mit der Neonaziszene an. Für die Partei bleibt dies jedoch ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist die personelle Verzahnung der beiden Strukturen grundsätzlich geeignet, das immer wieder angespannte gegenseitige Verhältnis zu verbessern. Dadurch erhöhen sich das Ansehen und dementsprechend die Einflussmöglichkeiten der Partei unter den Neonazis. Zudem verschafft die Kooperation der NPD zusätzliche einsatzbereite Aktivisten. Andererseits birgt die Annäherung die Gefahr, potenzielle Mitglieder oder Wähler abzuschrecken. Ein vergleichsweise geringer Wähler- und Mitgliederzuwachs durch Neonazis ist kein Ersatz für die Erschließung breiterer Bevölkerungsgruppen, wie die NPD sie anstrebt. Im Gegenteil: Die Partei läuft Gefahr, ihr ohnehin äußerst negatives Image weiter zu verschlechtern. 

Hinzu kommt, dass trotz „Volksfront“-Strategie die aus – ideologisch wie persönlich motivierten Streitereien gespeisten – Auseinandersetzungen zwischen NPD-Vertretern auf der einen und Neonazis mit oder ohne NPD-Parteibuch auf der anderen Seite immer wieder in aller Heftigkeit ausbrechen. Dieses zwiespältige Verhältnis schlägt sich regelmäßig in entsprechenden Äußerungen führenden Vertretern beider Seiten nieder.