Gewalt

Als Ersatz für das nur unzureichend vorhandene ideologische Fundament wird in den Reihen der rechtsextremistischen Skinheads Gewalt als Mittel zur vermeintlich politischen Auseinandersetzung gesucht. „Schlagkräftige Argumente" werden dabei bevorzugt. Als Vorbild für den Straßenkampf dient der „SA-Mann". Die Brutalität und Härte, mit denen im „Dritten Reich" Gegner ausgeschaltet wurden, finden großen Anklang und spornen zu ähnlichen Vorgehensweisen an.

Auffällig ist die dabei zu beobachtende Brutalität. Die Täter sind häufig entwurzelt, sozial kaum noch integrierbar und zu brutalen Übergriffen nicht nur gegen die traditionellen Feindbilder, sondern wahllos gegen jedes beliebige „Zufallsopfer" bereit. Vielfach wird auch der Tod des Opfers billigend in Kauf genommen. Gewalt ist bei rechtsextremistischen Skinheads das Ventil, über das Hass, Frust und Wut ausgelebt werden.


Ursachen für rechtsextremistische Gewalt bei Jugendlichen sowie Bekämpfungsansätze

Es liegen mittlerweile zahlreiche Untersuchungen und vielfältige Erklärungsansätze für Gewalt bei jungen Menschen im Allgemeinen und für rechtsextremistische Gewalt im Besonderen vor. Die Ergebnisse sind erschreckend: Die steigende Tendenz bei der Kinder- und Jugendkriminalität wird in zunehmendem Maße zu einem Problem in unserer Gesellschaft. Erklärungsansätze für diese Gewaltausbrüche gleichen sich: Selten ist ein einzelner Faktor, sondern meist eine Kette mehrerer vielschichtiger Ursachen ausschlaggebend. Diese können sein:

  • schwindendes Wertebewusstsein
  • Rückgang sozialer Bindungen und gegenseitiger Verantwortungsbereitschaft
  • nachlassende Erziehungskraft der Familien
  • Negativerfahrungen in der Familie (Scheidungs- und Waisenkinder, Gewalt, Alkoholmissbrauch sowie innerfamiliäre Gleichgültigkeit)
  • tatsächliche oder vermeintliche Perspektivlosigkeit junger Menschen
  • unstrukturiertes Freizeitverhalten (z.B. ohne in örtliche Vereine eingebunden zu sein)
  • unkontrollierter Fernseh-, Video- und Internet-Konsum
  • Persönlichkeitsdefizite, Suche nach Bestätigung in einer Gruppe, Gruppenzwang
  • grundsätzliche Gewaltbereitschaft bis hin zur Lust auf Gewalt (brutale Vorgehensweisen werden oftmals als „normal" angesehen)
  • exzessiver Alkoholkonsum

 


Immer mehr junge Menschen mit gravierenden Persönlichkeitsdefiziten (Mangel an individueller Identität und Ichstärke) versuchen, diese durch Anwendung von Gewalt zu kompensieren. Auf der Suche nach Anerkennung wollen sie um jeden Preis wahrgenommen werden. In der Gesellschaft finden sie schließlich diese Anerkennung - wenn auch im negativen Sinne (Empörung, Entsetzen). Innerhalb ihrer Clique stärken gemeinsam begangene Gewalttaten das Zusammengehörigkeitsgefühl. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, reichen polizeiliche Maßnahmen und Sanktionen allein nicht aus. Prävention und kompetente Betreuung gefährdeter Jugendlicher sind von entscheidender Bedeutung. Die Landesregierung Baden-Württemberg erstellte deshalb im Jahr 2000 ein Konzept zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Fremdenfeindlichkeit. Dieses soll ein Abgleiten von Kindern und Jugendlichen in den gewaltbereiten Rechtsextremismus verhindern und Ansätze für Maßnahmen gegen Gewalttäter bieten. Das Programm enthält insbesondere folgende Elemente:

  • Verstärkte Zusammenarbeit von Verfassungsschutz und Polizei mit den Schulen: Schüler, Lehrer und Eltern sollen über die Ursachen von Rechtsextremismus und Gewalt aufgeklärt, weiter sollen Grundpfeiler für gegenseitiges Verständnis, Toleranz und friedliches Miteinander geschaffen werden.
  • Verstärkte Jugendsozialarbeit: Durch den direkten Kontakt mit sozial auffälligen Jugendlichen soll Vertrauen aufgebaut und der Weg in die Erwachsenen- und Berufswelt erleichtert werden.
  • Verstärkter Schutz der Jugend vor negativen Einflüssen durch die Medien.
  • Kommunale Kriminalprävention: Maßnahmen dieser Art sollen sich an die gesamte Gesellschaft richten, um Einflüssen rechtsextremistischen Gedankenguts vorzubeugen. Zudem müssen gezielte Präventionsmaßnahmen bei bereits einschlägig in Erscheinung getretenen Problemgruppen ansetzen, um sie wieder in die demokratische Gesellschaft zurückzuholen. Die zu treffenden Maßnahmen sollen - möglichst unter Einbindung örtlicher Verantwortungsträger - an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden.
  • Anwendung des beschleunigten Verfahrens im Strafprozess: Strafverfolgungsbehörden sollen für eine schnelle und konsequente Ahndung sorgen nach dem Motto „Die Strafe folgt auf dem Fuß".
  • Datei „Gewaltbereite Rechtsextremisten": Diese bundesweit nutzbare Datei soll bei Demonstrationen, rechtsextremistischen Skinheadkonzerten und sonstigen rechtsextremistischen Veranstaltungen entsprechende polizeiliche Maßnahmen schon im Vorfeld ermöglichen.
  • Fahrverbot und „Warnschuss"-Arrest für jugendliche Gewalttäter: Sanktionen, die Jugendliche unmittelbar treffen, sind pädagogisch sinnvoller als zur Bewährung ausgesetzte Jugendstrafen.
porno izle bedava oyun oyna 2013 hairstyles dolap tamircisi porno Flas Oyun Oyna Yemek Tarifi Ask Sözleri Komik Video izle dusakabin pergola tente ipad servisi Sandalye