„Kommunistische Partei der Türkei/Marxisten-Leninisten“ (TKP/ML)

Die „Kommunistische Partei der Türkei/Marxisten-Leninisten“ („Türkiye Komünist Partisi/Marksist Leninist“, TKP/ML) mit ihrer militärischen Teilorganisation „Türkische Arbeiter- und Bauernbefreiungsarmee“ („Türkiye Isci Köylü Kurtulus Ordusu“, TIKKO) wurde als Abspaltung der maoistischen „Arbeiter- und Bauernpartei der Türkei“ (TIIKP) im Februar 1972 von dem marxistisch-maoistischen Ideologen Ibrahim Kaypakkaya in der Türkei gegründet. Ziel der TKP/ML ist ein bewaffneter revolutionärer Umsturz in der Türkei und die Schaffung eines „demokratischen Volksstaats“ unter Führung des Proletariats. Seit 1974 ist die Organisation auch in Deutschland vertreten. Hier hatten TKP/ML und MKP im Jahr 2016 etwa 1.300 Anhänger, in Baden-Württemberg im Jahr 2017 ca. 315.

In der Türkei ist die auf der ideologischen Grundlage des Marxismus-Leninismus und des Maoismus stehende Organisation verboten. Von zahlreichen Abspaltungen geschwächt, ist die TKP/ML seit 1994 aufgrund innerorganisatorischer Zerwürfnisse in die beiden Flügel „Partizan“ und „Ostanatolisches Gebietskomitee“ (DABK) gespalten.

Am 11. Januar 2003 gab die DABK-Fraktion im Rahmen eines in Eltville am Rhein/Hessen durchgeführten internationalen Symposiums bekannt, dass sie sich Ende 2002 während ihres ersten Kongresses in Dersim (Ostanatolien) in „Maoistische Kommunistische Partei“ (MKP) umbenannt hat.

Um ihr erklärtes Ziel, das türkische Staatsgefüge gewaltsam zu zerschlagen, zu erreichen unterhalten beide Flügel der ursprünglichen Mutterpartei voneinander getrennte Guerillaorganisationen in der Türkei, die sich bis Anfang des Jahres 2003 „Türkische Arbeiter- und Bauernbefreiungsarmee“ (TIKKO) nannten. Während der bewaffnete Arm des „Partizan“-Flügels bis heute unter dieser Bezeichnung firmiert, hat die MKP ihre Front-Organisation in „Volksbefreiungsarmee“ (HKO) umbenannt.


Informationen zu Strukturen und Aktivitäten der beiden Organisationen finden Sie im aktuellen Verfassungsschutzbericht ab Seite 115.