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"Revolutionäre Aktionszellen" (RAZ)

Bei den „Revolutionären Aktionszellen“ (RAZ) handelt es sich um eine militante, bislang vornehmlich im Berliner Raum aktive Gruppe, die in mehrere Zellen untergliedert ist. Die RAZ sind für diverse Brandanschläge verantwortlich. In der Untergrundpublikation „radikal“ haben sie Anleitungen zur Durchführung solcher Anschläge veröffentlicht. 

Im März 2011 erhielten der Bundesminister des Innern und der stellvertretende Generalbundesanwalt Drohbriefe, denen eine scharfe Pistolenpatrone beigefügt war. Zwei Extremismusforscher bekamen ebenfalls Post mit Acht-Millimeter-Projektilen. In einer Selbstbezichtigungs-Mail, unterzeichnet mit „Revolutionäre Aktionszellen (RAZ) – Zelle Georg von Rauch“, wurde die Aktion mit der andauernden „staatlichen Repression“ gegenüber der „revolutionären Linken“ begründet, darunter dem „Todesschuss“ eines Polizeibeamten, mit Razzien gegen Buchläden, Häuserräumungen und neuen Strafverfahren gegen frühere Mitglieder der „Rote Armee Fraktion“ (RAF). Als Warnung hieß es zudem: „Die nächste Zustellung erfolgt per Express (…).“ 

Im April 2011 machten die RAZ durch zwei Brandanschläge in Berlin auf sich auf-merksam. Betroffen waren das Amtsgericht Wedding und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. 

In einem „Kommunique“ der „RAZ – Zelle Wolfgang Grams“ vom Oktober 2012 wurde betont, dass Militanz für die RAZ „keine Frage der Legitimität, sondern viel mehr der Notwendigkeit“ sei. Strategisch gesehen solle „eine militante Intervention nicht nur symbolischen Charakter haben“. Unter taktischen Gesichtspunkten war in diesem Zusammenhang von einem „offensiven Angriff auf Logistik, Kommunikation und Transportwege des kapitalistischen Verwertungssystems“ die Rede; die dahinterstehende Absicht sollte die „Störung des Alltags“ sein.