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"Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands" (MLPD)

Die „Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD) ist 1982 aus dem „Kommunistischen Arbeiterbund Deutschlands“ (KABD) hervorgegangen. Sitz der Zentrale ist Gelsenkirchen. In Baden-Württemberg ist die Partei personell relativ stark: 2016 verzeichnete sie bundesweit etwa 1.800 Mitglieder, im Land etwa 500 Mitglieder (Stand: 2017). 

Erklärtes Ziel der MLPD ist der „revolutionäre Sturz der Diktatur des Monopolkapitals“ und die „Errichtung der Diktatur des Proletariats für den Aufbau des Sozialismus als Übergangsstadium zur klassenlosen kommunistischen Gesellschaft“. Wie schon ihre 1972 gegründete Vorläuferorganisation bekennt sich die Partei uneingeschränkt zu den Thesen von Marx, Lenin, Stalin und Mao Tse-tung. Gleichzeitig agitiert sie entsprechend einem Selbstverständnis, das den „real existierenden Sozialismus“ der ehemaligen DDR ausdrücklich als revisionistische Verfälschung des Marxismus-Leninismus ablehnt: 

„Die MLPD führt einen entschiedenen Kampf gegen Reformismus und Revisionismus und erzieht die Arbeiterklasse und die anderen werktätigen Schichten im Geist des wissenschaftlichen Sozialismus.“
[aus dem Parteiprogramm der MLPD vom 1. Januar 2000] 

Vorrangiges Aktionsfeld der MLPD ist die politische Arbeit in Betrieben und Gewerkschaften, aber auch die „systematische Wohngebietsarbeit“. Als primäres Anliegen versteht sie die Durchsetzung der „Lehre von der proletarischen Denkweise“ in der „Arbeiterklasse“ im Rahmen des angestrebten Aufbaus einer „neuen Opposition“

Bei ihren Aktivitäten stützt sich die Partei auf ein umfangreiches Publikationswesen mit zahlreichen Zeitschriften, Broschüren und Flugblättern. Zentralorgan der MLPD ist die wöchentlich erscheinende Zeitung „Rote Fahne“ (RF). Hinzu kommt die zum internen Gebrauch bestimmte Broschüre „Lernen und Kämpfen“ (LuK), die vierteljährlich erscheint. Des Weiteren betreibt die MLPD eine eigene Internetseite und unterhält das Online-Nachrichtenmagazin „Rote Fahne News“ (rf-news). 

Trotz aller Bemühungen bleibt die MLPD selbst unter deutschen Linksextremisten weitgehend isoliert. Sie unterhält aber Verbindungen zu verschiedenen türkischen linksextremistischen Organisationen in Deutschland sowie zu zahlreichen „Bruderparteien“ weltweit. Der Parteinachwuchs wird aus der Kinderorganisation „Rotfüchse“ und aus dem Jugendverband „REBELL“ rekrutiert.


Ereignisse und Entwicklungen 2017:

  • Die MLPD vollzog einen Generationenwechsel in der Parteiführung.
  • Wie weite Teile des linksextremistischen Spektrums feierte die Partei den 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution.
  • Bei der Bundestagswahl trat die Partei deutschlandweit an und erzielte Stimmengewinne.

Weitere Informationen über die Aktivitäten der MLPD finden Sie im aktuellen Verfassungsschutzbericht ab Seite 219.