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Islam und Islamismus

Weltweit gibt es über 1,5 Milliarden Muslime. Sie alle eint der Glaube an einen Gott und seine Offenbarung, an den Propheten Mohammed als Empfänger und an den Koran als Niederschrift dieser Offenbarung. Doch gibt es nicht den einen Islam, der von allen Muslimen in gleicher Weise gelebt wird. Vielmehr sind verschiedene religiöse und religiös-kulturelle Strömungen zu beobachten; Sunniten und Schiiten sind die zwei größten, gleichwohl in sich heterogenen Tendenzen.  Zur Spaltung in diese beiden Strömungen kam es durch einen Nachfolgestreit nach dem Tod des Propheten Mohammed.  Dabei ging es vor allem um die Frage, wer die muslimische Gemeinschaft leiten darf. Der Disput hatte weitreichende Folgen: Durch die Spaltung manifestierten sich über die Jahrhunderte gravierende Unterschiede auch für andere religiöse Fragen im Bereich der Theologie und des islamischen Rechts.
 
Beim Islamismus handelt es sich um eine Glaubensrichtung, die nur von einer  kleinen Minderheit der Muslime gelebt wird. Die allerwenigsten Muslime in Deutschland sind  also Islamisten. Andererseits ist festzustellen, dass der Islamismus nicht völlig losgelöst vom Islam existiert: Islamisten beziehen sich selbst auf den Islam und ziehen religiöse Quellen heran, um ihr Denken und ihr politisches Handeln zu legitimieren.
 
Islamismus ist die Politisierung des Islams und steht für das Bestreben, eine islamische Ordnung zu etablieren. Diese soll alle Lebensbereiche umfassen, also Staat und Politik, Gesellschaft und Kultur, den privaten und öffentlichen Raum. Das vermeintlich göttliche Gesetz soll gelten und Grundlage auch des individuellen Handelns sein. Damit unterscheiden sich die Islamisten von anderen Muslimen, die zwar auch entsprechend islamischen Werten und Normen leben, aber kein islamisches Gemeinwesen errichten wollen.
 
Aspekte der islamistischen Ideologie sind unvereinbar mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, wie sie die Verfassung in Deutschland garantiert. So gefährden islamistische Bestrebungen zum Beispiel den pluralistischen Charakter der Gesellschaft und die uneingeschränkte Gültigkeit der Menschenrechte. Deshalb werden islamistische Organisationen von den Verfassungsschutzbehörden in Deutschland beobachtet.