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Linksextremismus | Autonome

Autonome wollen nicht „funktionieren“, sondern selbstbestimmt und herrschaftsfrei – d. h. autonom – leben. Daher lehnen sie formelle Organisationen und von „außen aufgezwungene“ Gesetze und Regeln ab. Sie haben kein einheitliches ideologisches Konzept, sondern folgen verschwommenen anarchistischen, bisweilen auch nihilistischen Vorstellungen. Gemeinsam ist ihnen der Hass gegen Staat und Gesellschaft. Aufgrund einer grundsätzlichen Gewaltneigung ist die autonome Szene sicherheitspolitisch unverändert von erheblicher Relevanz. Autonome sind für etwa 80 bis 90 Prozent der linksextremistischen Gewalttaten verantwortlich. 

Die Heterogenität und prinzipielle Organisationsfeindlichkeit dieser Szene ist mit ursächlich für die mangelnde Schlagkraft und insbesondere die geringe Wirksamkeit ihrer politischen Aktivitäten. Ihr Hauptbetätigungsfeld neben dem Kampf für selbstbestimmte Lebensräume ist seit Jahren der „Antifaschismus“, der sich häufig in reinem Aktionismus erschöpft. Autonome Gruppen machen deutlich, dass das linksextremistische Verständnis von „Antifaschismus“ ein anderes als das „bürgerliche“ ist, und dass Militanz nach ihrer Überzeugung weiterhin zum praktizierten „Antifaschismus“ gehört. Örtliche Schwerpunkte der Szene in Baden-Württemberg sind Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart, Freiburg und Ulm sowie der Raum Tübingen/Reutlingen.


Schwarzer Block

Bei Demonstrationen treten Autonome oft in einem „schwarzen Block“ auf, der seitlich von Spruchbändern eingerahmt ist. Durch einheitliche schwarze Bekleidung, Sonnenbrillen, durch die Vermummung mit Tüchern und Mützen sowie durch das geschlossene Auftreten der Teilnehmer entsteht ein homogenes Erscheinungsbild. Tatsächlich handelt es sich in der Regel jedoch um eine eher unstrukturierte Gruppe von Einzelpersonen und Zirkeln der linksextremistischen autonomen Szene sowie von Personen des subkulturellen Bereichs (z. B. Punks). Das martialische Auftreten des „schwarzen Blocks“ symbolisiert Gewaltakzeptanz, Gewaltbereitschaft oder sogar Gewaltentschlossenheit.


Weitere Informationen zum gewaltorientierten Linksextremismus in Baden-Württemberg finden Sie im aktuellen Verfassungsschutzbericht ab Seite 221.