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Zweiter Todestag: IGMG würdigt Necmettin ERBAKAN

Islamismus     4 | 2013

Dem am 27. Februar 2011 verstorbenen Gründer und „Führer“ der „Milli-Görüs“-Bewegung, Necmettin ERBAKAN, wurden anlässlich seines 2. Todestages in den Kreisen der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs e. V.“ (IGMG) auch in Baden-Württemberg zahlreiche Würdigungen zuteil. Sowohl bei entsprechenden Veranstaltungen als auch in schriftlichen Treuebekundungen wurde die Verehrung deutlich, die ERBAKAN von seiner in der IGMG organisierten Anhängerschaft weiterhin entgegen gebracht wird.

Bundesweit wurden in einem Zeitraum von mehreren Wochen um den Todestag ERBAKANs in vielen Regionalverbänden und Ortsvereinen der IGMG Gedenkveranstaltungen durchgeführt. In Baden-Württemberg wurde am 3. März 2013 im Ortsverein der IGMG in Stuttgart-Wangen (Regionalverband Württemberg) eine Gedenkveranstaltung für die „Vorangegangenen“ abgehalten, bei der neben ERBAKAN unter anderem auch dessen spirituellen Mentors Mehmet Zahid KOTKU (1897–1980) gedacht wurde. Eine vom Regionalverband Rhein-Neckar-Saar organisierte Veranstaltung unter demselben Motto fand im März 2013 im Ortsverein der IGMG in Mannheim statt. In Walldorf (Regionalverband Rhein-Neckar-Saar) führten der örtliche IGMG-Frauen- und der Frauen-Jugendverband am 24. Februar 2013 ebenfalls eine Veranstaltung „zum Gedenken und zum Verständnis von Hodja ERBAKAN“ durch. Die Vorsitzende der Bildungskommission des dortigen Regionalverbands beschrieb ERBAKAN als einen äußerst bedeutenden „Mann der Mission“, „Glaubenskämpfer“ und „Führer“, in dessen Person das „Rezept zur Rettung der Umma [Die weltweite Gemeinschaft der Muslime] des Propheten Muhammad“ liege. Bei dieser Veranstaltung wurden Lobgedichte auf ERBAKAN rezitiert und ein vom Jugendverband des Ortsvereins produziertes Video „Unser Hodja Erbakan in den Worten der Gemeinde Walldorf“ gezeigt.

Auch in zahlreichen Postings auf verschiedenen Facebook-Seiten sind die Verbundenheit jugendlicher IGMG-Anhänger mit „Milli-Görüs-Führer“ ERBAKAN und die Bereitschaft abzulesen, sich für seine Mission und seine Ziele zu engagieren. Auf der Facebook-Seite des IGMG-Jugendverbands Schwaben wurde folgender Ausspruch ERBAKANs eingestellt:

„Im Laufschritt eilen wir hin zu der Mission, an die wir glauben!

Können wir nicht eilen, so gehen wir [Schritt um Schritt] hin.

Können wir nicht gehen, so schleppen wir uns hin!

Aber niemals verzichten wir auf unsere Mission!“

Die Facebook-Seite des Ortsvereins Pleidelsheim (Regionalverband Württemberg) präsentiert auf einem Plakat mit der Überschrift „Ein Leben im Dienst für die Menschheit – Prof. Dr. Necmettin Erbakan“ die wichtigsten Lebensdaten des „Hodja“, ergänzt um den Kommentar: „Dein bedeutendstes Erbe ist die Milli Görüs-Jugend, mein Hodja…!“. Auch findet sich auf dieser Seite der bekannte Ausspruch ERBAKANs, „Die tatsächliche Stärke einer Nation liegt nicht in ihren Kanonen, Gewehren oder Panzern, sondern in ihrer gläubigen Jugend.“

In der am 22. Februar 2013 erschienenen elften Ausgabe ihrer Zeitschrift „cami’a“ ließ die IGMG Necmettin ERBAKAN eine mehrseitige Würdigung zuteil werden. Größte Verehrung spricht aus den einleitenden Worten des Artikels zu seinem Gedenken:

„In seinem Leben voller Schwierigkeiten wich er in keiner schwierigen Situation jemals von seiner Persönlichkeit als Muslim, von seiner Höflichkeit und seinem Gerechtigkeitssinn ab; Prof. Dr. Necmettin Erbakan war eine der wenigen Persönlichkeiten, die mit eigenem Stil, Erfolgen auf akademischem Gebiet und –wichtiger als alles andere – mit Vertrauen auf den Jüngsten Tag und die göttliche Gerechtigkeit jederzeit aufrecht, ernsthaft und hoffnungsvoll, unerschrocken und unermüdlich, bis zum letzten Atemzug den Kampf für seine Mission fortführte. Und dank dieser Eigenschaften gelang ihm der Aufstieg zu einem in der gesamten islamischen Welt geliebten und wertgeschätzten Führer. Auf niemanden passte der Titel ‚Hodja‘ besser als auf ihn. Das Leben unseres am 27. Februar 2011 ins Jenseits abberufenen Hodja ist von Anfang bis Ende angefüllt mit Kampf und Beispielhaftigkeit. Bei der Betrachtung seines Lebens wird noch deutlicher, dass er zu keiner Zeit ein gewöhnlicher Mensch gewesen ist.“

Auch die Tageszeitung „Milli Gazete“, das Sprachrohr der gesamten „Milli-Görüs“-Bewegung, würdigte den „Hodja“ mit einer Sonderberichterstattung zu dessen Person, die sich über mehrere Wochen um den Todestag erstreckte, sowie mit Kolumnen, die sein politisches Programm lobend nachzeichneten. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der Umstand, dass die Loyalität zu ERBAKAN auf keiner deutschsprachigen Plattform der IGMG – beispielsweise der eigenen Homepage, die über eine deutschsprachige Version verfügt – auch nur mit einem Wort Erwähnung findet.