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NPD | Zusammenarbeit mit Neonazis

Die NPD ist in Teilen neonazistisch ausgerichtet. Darüber hinaus bemüht sie sich bereits seit Jahren um eine intensivere Vernetzung mit der – bislang mehr oder weniger parteiunabhängigen – Neonaziszene. Zu diesem Zweck verfolgt sie seit dem Jahr 2004 eine „Volksfront“-Strategie: Dabei nimmt sie Neonazis nicht nur als einfache Mitglieder auf, sondern besetzt hohe Parteiämter mit überregional bis bundesweit bekannten Neonazi-Kadern. 

Im Berichtsjahr 2016 waren abermals gemeinsame öffentliche Aktionen von baden-württembergischen NPD-Vertretern und Neonazis zu verzeichnen, etwa mit „Freien Kräften“. Beispiele hierfür finden Sie im aktuellen Verfassungsschutzbericht ab Seite 169.


Annäherung mit Vor- und Nachteilen für die Partei 


Die NPD strebt offen und zum Teil mit Erfolg einen Schulterschluss mit der Neonaziszene an. Für die Partei bleibt dies jedoch ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist die personelle Verzahnung der beiden Strukturen grundsätzlich geeignet, das immer wieder angespannte gegenseitige Verhältnis zu verbessern. Dadurch erhöhen sich das Ansehen und dementsprechend die Einflussmöglichkeiten der Partei unter den Neonazis. Zudem verschafft die Kooperation der NPD zusätzliche einsatzbereite Aktivisten. Andererseits birgt die Annäherung die Gefahr, potenzielle Mitglieder oder Wähler abzuschrecken. Ein vergleichsweise geringer Wähler- und Mitgliederzuwachs durch Neonazis ist kein Ersatz für die Erschließung breiterer Bevölkerungsgruppen, wie die NPD sie anstrebt. Im Gegenteil: Die Partei läuft Gefahr, ihr ohnehin äußerst negatives Image weiter zu verschlechtern. 

Hinzu kommt, dass trotz „Volksfront“-Strategie die aus – ideologisch wie persönlich motivierten Streitereien gespeisten – Auseinandersetzungen zwischen NPD-Vertretern auf der einen und Neonazis mit oder ohne NPD-Parteibuch auf der anderen Seite immer wieder in aller Heftigkeit ausbrechen. Dieses zwiespältige Verhältnis schlägt sich regelmäßig in entsprechenden Äußerungen führenden Vertretern beider Seiten nieder.