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Scientology-Organisation | Werbung und "Tech"

Wirtschaftliche und politische Ziele sind bei Scientology eng miteinander verknüpft. Die Geldbeschaffung durch den aggressiven Verkauf von Kursen dient dabei keineswegs allein dem Überleben der Organisation, sondern der Erwirtschaftung hoher Gewinne als einem der wesentlichen Zwecke von der SO.

Die Aufgabe besteht also darin, Materialien und Dienstleistungen an die Öffentlichkeit zu verkaufen um den "total befreiten Kunden" zu bekommen, der dann immer wieder weitere angebotene Dienstleistungen kaufen wird. Zur Erreichung dieses Ziels ist man offensichtlich bereit, die Klienten systematisch zu täuschen. Dies zeigen zahlreiche Erlebnisberichte sowie die internen Anweisungen der SO zur "Handhabung" potenzieller Kunden, zum Beispiel. bezüglich der Auswertung des 200 Fragen umfassenden "kostenlosen Persönlichkeitstests" ("Oxford Capacity Analysis" = OCA). Dabei scheint es völlig gleichgültig zu sein, wie die Testperson den OCA ausfüllt. Die Auswertung per Diagrammkurve dürfte nach den internen Richtlinien regelmäßig angebliche Persönlichkeitsmängel aufzeigen, die nur den Zweck verfolgen, die Testperson zu verunsichern, ja zu schockieren, um sie zum Kauf von zunächst billigen Einführungskursen zu bewegen. Die "Handhabung" des Kunden und die Manipulationstechniken bei der Auswertung des Persönlichkeitstests werden ausführlich beschrieben bei: Friedrich W. Haack: Scientology, Magie des 20. Jahrhunderts, München 1990, und Tom Volz: Scientology und (k)ein Ende, Düsseldorf 1995.

OCA-Werbung.
Quelle: Scientology.


Die Grundlagen der Methode HUBBARDs, die er selbst als "Technologie" oder auch "Tech" bezeichnet, finden sich u.a. in dem "Dianetik-Handbuch", in dem "Handbuch für den ehrenamtlichen Geistlichen", in dem Werk "Einführung in die Ethik der Scientology" sowie in weiteren Schriften wie den "HUBBARD Communication Office-Policy Letters" (HCO-PL's), den "HUBBARD Communication Office-Bulletins" (HCO-B's) und den von der "Scientology Church Deutschland" herausgegebenen Schriften. Nach der eigenen Darstellung von SO haben die Schriften sowie die gesprochenen Worte von HUBBARD immerwährende Gültigkeit "ungeachtet ihres Datums oder Alters".

In einem weitgefächerten Kursprogramm wird jedem Anhänger von Scientology immer und immer wieder die Einzigartigkeit der "Tech" dargelegt. Tatsächlich sind die Scientology-Techniken Methoden zur Indoktrination und dienen der ideologischen Umerziehung. Mögliche Fehler werden mit falscher Anwendung begründet und sind somit eigenes Unvermögen. Die schleichende Indoktrination und die immerwährende, für den Betroffenen nur schwer feststellbare Manipulation beschreibt die 2003 verstorbene Professorin für klinische Psychologie in Berkeley/USA, Margaret Thaler Singer, in ihrem Buch SEKTEN - Wie Menschen ihre Freiheit verlieren und wiedergewinnen können":

"Für den Erfolg der mentalen Programmierung ist von entscheidender Bedeutung, dass die Zielperson nicht weiß, dass sie manipuliert und kontrolliert wird, vor allem darf sie nicht merken, dass sie sich allmählich wandelt und Schritt für Schritt auf einen Weg geführt wird, Interessen zu dienen, die ihr selbst schaden. Das Ergebnis eines solchen Prozesses ist in der Regel, dass ein Einzelner oder eine Gruppe - mehr oder weniger lang - nahezu unbegrenzte Kontrolle über die Objekte gewinnt. Betrachtet man Sekten, die ein solches Ausmaß von unzulässigem Einfluss ausüben, im nüchternen Tageslicht, dann können uninformierte Beobachter oft nicht begreifen, wie es dazu kommen kann".

Weiter führt Thaler Singer an, dass ein Programm zur "mentalen Programmierung" kein einmaliger Vorgang, sondern ein  allmählicher  Prozess  der  Destabilisierung und Umwandlung sei, und die angewandte Taktik folgende Punkte zum Ziel habe: das Selbstwertgefühl einer Person zu destabilisieren, sie dazu zu bewegen, ihre Lebensgeschichte völlig neu zu interpretieren, ihre Weltsicht radikal zu verändern und eine neue Version der Wirklichkeit und der ursächlichen Zusammenhänge zu akzeptieren, sie von der Organisation abhängig und dadurch zu deren einsatzbereitem Werkzeug zu machen.