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Vierter Todestag: IGMG gedenkt ihres Gründers ERBAKAN

Islamismus     6 | 2015

Am 27. Februar 2015 jährte sich zum vierten Mal der Todestag Necmettin ERBAKANs, des Gründers und Führers der „Milli-Görüs“-Bewegung. Sein Andenken wird von den „Milli-Görüs“-Anhängern, die in der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs e. V.“ (IGMG) organisiert sind, unverändert hochgehalten. Im Rahmen verschiedener Gedenkveranstaltungen in Baden-Württemberg, aber auch durch Treuebekundungen in den sozialen Netzwerken und in der Bewegung nahestehenden Medien wurde die Loyalität zu seiner Person und seinem politischen Vermächtnis deutlich.

Bundesweit wurden in einem Zeitraum um den Todestag ERBAKANs in verschiedenen Regionalverbänden und Ortsvereinen der IGMG Gedenk-veranstaltungen durchgeführt. In Baden-Württemberg organisierte unter anderem der Jugendverband des IGMG-Ortsvereins Heilbronn am 27. Februar 2015 eine Gedenkveranstaltung für den verstorbenen „Hodja“ in den Moscheeräumlichkeiten.

Die „Kommission für religiöse Rechtleitung“ des IGMG-Regionalverbands Württemberg führte im Ortsverein Esslingen am 28. Februar 2015 eine Veranstaltung unter dem Motto „Die Vorangegangenen“ durch. Dabei wurde sowohl ERBAKANs und seines spirituellen Mentors Mehmet Zahid KOTKU (1897–1980) als auch weiterer muslimischer Vordenker gedacht. Zu der Veranstaltung reisten auch Personen aus dem Ortsverein der IGMG Heilbronn eigens an. 

Laut einer Anzeige in der Tageszeitung „Milli Gazete“ vom 28. Februar 2015 gestaltete der Frauen-Jugendverband des IGMG-Ortsvereins Walldorf an diesem Tag eine Gedenkveranstaltung „zugunsten unseres verehrten Hodja Erbakan“; die Anzeige war mit dem häufig zitierten Sinnspruch ERBAKANs „Statt an der Spitze einer unrechten Mission zu stehen, bevorzuge ich es, ein winziges Körnchen in einer berechtigten Mission zu sein“ versehen. Gleichfalls am 28. Februar 2015 fand im IGMG-Ortsverein in Ludwigshafen ein vom IGMG-Regionalverband Rhein-Neckar-Saar organisiertes Gedenken für ERBAKAN und weitere „Altvordere“ statt. Eine ähnliche Veranstaltung für die Jugendlichen desselben Regionalverbands, bei der in einer Lichtbildprojektion das Leben des „Hodja“ nachgezeichnet wurde, fand in den Räumlichkeiten der Mannheimer „Fatih-Moschee“ statt. Gemäß einem Artikel in „Milli Gazete“ vom 11. März 2015 wurde den Jugendlichen dort vermittelt, dass sie sich als „Motor innerhalb dieser Mission“ zu begreifen hätten. 

Auch an zahlreichen Postings in den sozialen Netzwerken war die Verbundenheit jugendlicher IGMG-Anhänger mit „Milli-Görüs-Führer“ ERBAKAN und die Bereitschaft, sich für seine Mission und seine Ziele zu engagieren, abzulesen. Viele Sinnsprüche des „Hodja“ wurden aus Anlass seines Todestages hier eingestellt. Auf der Facebook-Seite des Jugend-
verbands des IGMG-Regionalverbands Württemberg war zu lesen: „Eine Blüte macht noch keinen Frühling. Aber jeder Frühling beginnt mit einer Blüte.“ Der Frauen-Jugendverband desselben Regionalverbands postete ein bekanntes Zitat: „Alles beginnt mit einer Vision, die auf dem Glauben basiert. Wenn Ihr gläubig seid, seid Ihr erfolgreich.“ Der Jugendverband des IGMG-Ortsvereins Herrenberg bekundete am 27. Februar 2015: „Wir lieben Dich, Du Verteidiger“ [unter den Anhängern verbreiteter Beiname ERBAKANs]

In der am 20. Februar 2015 erschienenen Ausgabe Nr. 56 ihrer Zeitschrift „camia“ gedachte die IGMG gleichfalls vergangener Zeiten mit dem „Hodja“, indem sie entsprechende Lichtbilder zur Erinnerung abdruckte. Außerdem wurde in dieser Ausgabe über ein gemeinsames Seminar der IGMG-Regionalverbände Rhein-Neckar-Saar und Hessen zum Thema ERBAKAN berichtet. Auch die Tageszeitung „Milli Gazete“, das Sprachrohr der gesamten „Milli-Görüs“-Bewegung, würdigte den „Hodja“ mit Sonderberichterstattung zu seiner Person sowie mit einer großen Zahl von Kolumnen, in denen sein politisches Programm ein weiteres Mal gewürdigt und erläutert wurde. 

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der Umstand, dass weder das in der IGMG gepflegte Andenken ERBAKANs noch die Wiederkehr seines Todestages auf einer deutschsprachigen Plattform der IGMG – beispielsweise der Verbandshomepage, die auch auf Deutsch verfügbar ist – Erwähnung fand. Dennoch kann aufgrund der Vielzahl der festgestellten Solidaritätsbezeugungen und Treuebekundungen davon ausgegangen werden, dass das politische Erbe ERBAKANs als einigende Klammer innerhalb der IGMG präsent bleiben und fortwirken wird.