Rechtsextremismus | Verlage und Vereinigungen

„Hohenrain-Verlag“ 

Der 1985 gegründete „Hohenrain-Verlag“ in Tübingen hat seit 2013 faktisch die Nachfolge des „Grabert Verlags“ angetreten. Dieser war offenbar schon seit 2013 nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Das Unternehmen, 1953 in Tübingen von Herbert GRABERT (1901–1978) als „Verlag der deutschen Hochschullehrerzeitung“ gegründet, hatte seit 1974 unter diesem Namen firmiert. Es zählte nicht nur zu den ältesten, sondern auch zu den bedeutendsten organisationsunabhängigen rechtsextremistischen Verlagen in Deutschland. Zuletzt verfügte der „Grabert Verlag“ über mehrere Tochterunternehmen, darunter der „Hohenrain-Verlag“.

Im Jahr 2013 wurden die Internetauftritte von „Grabert Verlag“ und „Hohenrain-Verlag“ zusammengelegt. Das daraus hervorgegangene Portal „Buchdienst Hohenrain“ führt im Logo nur noch den „Hohenrain-Verlag“. Auch erscheint die Publikation „Euro-Kurier – Aktuelle Buch- und Verlags-Nachrichten“, deren Beiträge zu einem erheblichen Teil auch der Werbung für Publikationen aus den Verlagen Grabert und Hohenrain dien(t)en, seit Sommer 2013 nicht mehr im „Grabert Verlag“, sondern im „Hohenrain-Verlag“. Der „Euro-Kurier“, bis einschließlich Januar 2014 in der Regel monatlich veröffentlicht, wurde mit der Februarausgabe 2014 auf eine zweimonatliche Erscheinungsweise umgestellt. 2014 erschien er im 25. Jahrgang, allerdings im Einzelfall nur noch als sechsseitiges Faltblatt.

Auch die pseudo-wissenschaftlich aufgemachte Zeitschrift „Deutschland in Geschichte und Gegenwart – Zeitschrift für Kultur, Geschichte und Politik“ (DGG) erscheint seit 2013 nicht mehr beim „Grabert Verlag“, sondern im „Hohenrain-Verlag“. Seither wird Bernhard GRABERT, der Enkel des Verlagsgründers und Geschäftsführer der „Hohenrain Verlag GmbH“, als Herausgeber der meist vierteljährlich und inzwischen im 62. Jahrgang publizierten DGG angegeben .

In den zahlreichen Schriften aus beiden Verlagen wurden immer wieder entschieden rechtsextremistische Positionen propagiert. Wiederholt wurden Veröffentlichungen wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener eingezogen oder von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert.

„Gesellschaft für freie Publizistik e. V.“ (GfP) 

Die „Gesellschaft für freie Publizistik e. V.“ (GfP) wurde 1960 von ehemaligen SS- und NSDAP-Angehörigen gegründet. Ihr gehören vor allem rechtsextremistische Verleger, Buchhändler, Redakteure und Schriftsteller an. Sie ist die größte rechtsextremistische Kulturvereinigung in Deutschland. 

Die GfP gibt vor, sich für die „Freiheit und Wahrheit des Wortes einzusetzen“. An Aktivitäten sind Vortragsveranstaltungen der einzelnen Arbeitskreise, die Herausgabe der Publikation „Das Freie Forum“ und ein jährlicher Kongress, auf dem sie rechtsextremistischen Rednern eine Bühne gibt, zu verzeichnen. Enge Verbindungen unterhält die GfP unter anderem zur „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ (NPD).