Sie sind hier: Startseite > Arbeitsfelder > Islamismus > Islamistische Organisationen > Hizb ut-Tahrir (HuT)

„Hizb ut-Tahrir“ (HuT)

Die „Hizb ut-Tahrir al-Islami“ („Islamische Befreiungspartei”, HuT) wurde 1953 in Jerusalem von Taqi ad-Din AN-NABHANI gegründet. Ihr Ziel war ursprünglich die Befreiung Palästinas. Dabei kritisierten AN-NABHANI und seine Anhänger die „Muslimbruderschaft“ und ihre regionalen Ableger für die fehlende Unterstützung des palästinensischen Volkes im Kampf gegen Israel. 

Später entwickelte sich die HuT zu einer transnational ausgerichteten, panislamischen Bewegung. Die Organisation fordert die Etablierung eines islamischen Kalifats mit Einführung der Scharia als Rechtsgrundlage. In diesem Zusammenhang proklamiert die HuT ihre Ablehnung nationaler Grenzen. In seiner Schrift „Die Lebensordnung des Islam“ beschrieb AN-NABHANI, seine Vorstellung des den angestrebten islamischen Staats. Die Schrift gilt auch heute noch als ideologische Grundlage der Organisation.

In Europa hat die HuT ihren Sitz in Großbritannien. In Deutschland wurde sie 2003 verboten, Anhänger der HuT sind hier jedoch nach wie vor aktiv. Sie verbreiten ihre Ideologie über deutschsprachige Internetpräsenzen und auf Flugblättern. Damit spricht die Organisation Personen eher auf intellektueller als auf emotionaler Ebene an. Zentral sind ihre antikapitalistische Haltung sowie ihre Kritik an der Globalisierung und an Bestrebungen, eine Art deutschen Islam oder Euro-Islam zu etablieren. Sie wenden sich dezidiert gegen die Integration von Muslimen in westlichen Gesellschaften.