Sie sind hier: Startseite > Arbeitsfelder > Rechtsextremismus > Rechtsextremistische Parteien > Der III. Weg > Fremden- und Demokratiefeindlichkeit

Der III. Weg | Fremden- und Demokratiefeindlichkeit

2015 legte „Der III. Weg“ – wie letztlich auch der Rest der rechtsextremistischen Szene – bei seinen Aktivitäten zumindest in Baden-Württemberg einen klaren Schwerpunkt auf den Themenkomplex „Asylbewerber und Flüchtlinge“. Auf seiner Internetseite fanden sich u. a. Berichte über einschlägige Aktionen von Mitgliedern und sonstigen Anhängern zwischen Ende August und Anfang Dezember 2015. Hierzu gehörten sowohl reine Flutblattverteilaktionen als auch Versuche, an Informationsveranstaltungen im weiteren Sinne (z. B. Gemeinderatssitzungen, Bürgerversammlungen) zum Themenkomplex „Asylbewerber und Flüchtlinge“ teilzunehmen. Damit wollten die Rechtsextremisten ihre entschieden asyl- und flüchtlingsfeindlichen Positionen in die Mitte der Gesellschaft tragen.

Nicht nur durch fremdenfeindliche Agitation in der aktuellen Zuwanderungssituation weist sich „Der III. Weg“ als entschieden rechtsextremistisch aus. Im November 2015 veröffentlichte die Partei auf ihrer Homepage einen kurzen Grundsatztext („Unser Selbstverständnis“) zur eigenen politisch-ideologischen Standortbestimmung. Dieser kann als verklausuliertes Bekenntnis zum historischen Nationalsozialismus interpretiert werden:

„Die Partei ‚Der III. Weg‘ begreift sich selbst als national, sozialistisch und revolutionär. (…) Unser Selbstverständnis, also das Selbstverständnis eines jeden Mitgliedes unserer Partei, ist also national und sozialistisch geprägt. (…) Unser Wollen begreift das deutsche Volk als Lebensmittelpunkt und will internationale und kapitalistische Ideologien überwinden, hin zu einem fortschrittlich sozialistischen und völkischen Staat. Das Revolutionäre dabei ist die totale Erneuerung auf allen Ebenen des völkischen Lebens.“

Die Selbstbezeichnung als „national und sozialistisch“ ist in neonazistischen Kreisen häufig nur der Versuch, das völlig diskreditierte Adjektiv „nationalsozialistisch“ zu vermeiden. Auch das Wort „völkisch“ ist außerhalb der Neonaziszene kaum noch – und dann i. d. R. abwertend – gebräuchlich. er

Die Verfassungsfeindlichkeit und konkret die Ablehnung von Demokratie sowie Parlamentarismus durch „Der III. Weg“ kann Ausmaße annehmen, die selbst für rechtsextremistische Verhältnisse als fundamentalistisch zu bezeichnen sind. Dies zeigt der kurze Text „800 Jahre Magna Carta: Deutsche feiern nicht“ vom Juni 2015. Darin bringt die Partei dieser Urkunde und insbesondere ihren historischen Folgen (vor allem aber der Demokratie und den auf ihr beruhenden Verfassungsstaaten) fundamentale Ablehnung entgegen – und gibt im Gegenzug, nicht zuletzt für Deutschland, autokratischen Regimen ausdrücklich den Vorzug:

„Was im Jahre 1215 unter harten Verhandlungen zwischen König und Adligen als Resultat einer bestimmten historischen Situation entstanden ist, wird 1776 in der Unabhängigkeitserklärung [der USA] bereits als ‚self evident truths‘ (offensichtliche Wahrheiten, die keiner Begründung mehr bedürfen) verkündet. So hat sich eine ‚Menschheitsreligion‘ entwickelt mit eigenen Dogmen und – wie bekannt – einer eigenen Ketzerverfolgung. Auch die 800 Jahre-Euphorie in England und den USA kann nicht die Krise übersehen, in der sich die Menschheitsreligion derzeit befindet. Von der ‚Renaissance autokratischer Staatsmodelle‘ ist da mit Bedauern die Rede. Und solche Auffassungen liegen den Deutschen traditionell besser als ein antrainierter ‚Verfassungspatriotismus‘.“


Zurück zur Seite „DER DRITTE WEG“