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ERBAKAN-Gedenken wird in „Milli-Görüs“-Kreisen hochgehalten

Islamismus       4 | 2016

Zum fünften Mal jährte sich am 27. Februar 2016 der Todestag Necmettin ERBAKANs, des Gründers und Führers der „Milli-Görüs“-Bewegung. Seine Person wurde in den Tagen und Wochen rund um diesen Gedenktag in den Publikationen der Bewegung, insbesondere in der Tageszeitung „Milli Gazete“, entsprechend gewürdigt. Bei Gedenkveranstaltungen in Moscheevereinen der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs e. V.“ (IGMG) in Baden-Württemberg, aber auch in Postings in den sozialen Netzwerken wurde die ungebrochene Loyalität zur Person ERBAKANs und zu seinen politischen Positionen ein weiteres Mal sichtbar.

Gedenkveranstaltungen waren nicht nur in IGMG-Kreisen in Baden-Württemberg, sondern im ganzen Bundesgebiet und im benachbarten Ausland festzustellen – überall dort, wo die „Milli-Görüs“-Bewegung vertreten ist. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden landesweit an verschiedenen Orten Veranstaltungen abgehalten, in denen der „Altvorderen“ („Önden Gidenler“) – hierzu zählen u. a. Vordenker wie Mehmed Zahid KOTKU und Necip Fazil KISAKÜREK – und insbesondere Necmettin ERBAKANs gedacht wurde, so am 11. Februar 2016 im „Islamischen Zentrum Freiburg“, am 27. Februar 2016 im regionalen Bildungszentrum des IGMG-Regionalverbands Freiburg-Donau in Villingen-Schwenningen und am 28. Februar 2016 in den Ortsvereinen der IGMG in Heilbronn und Ulm.
 
Die Zeitung „Milli Gazete“ widmete im Zeitraum um den Todestag ERBAKANs eine Vielzahl von Artikeln und Kolumnen dem wertschätzenden Andenken seiner Person. Die Ausgabe vom 27./28. Februar 2016 erschien unter der Titelzeile „Prof. Dr. Necmettin Erbakan: Der Muslim, der mit seinem Besitz und seinem Leben den Jihad führt“, ergänzt um die Schlagzeile „Der Führer, dem die Jahre recht gegeben haben“. Unter einem Porträt ERBAKANs war eine seiner vielzitierten Sentenzen zu finden: „Die eigentliche Kunst besteht darin, unter Belastung und während der Ausübung des Dienstes treu und fest zu bleiben. Dagegen ist es leicht, bei Teegesprächen oder Literaturveranstaltungen Heldentum zu verkaufen.“
 
Auch in den sozialen Netzwerken ließen zahlreiche Beiträge die starke Bindung an die Person ERBAKANs und seine politischen Zielsetzungen erkennen. Entsprechende Postings waren anlässlich der Wiederkehr von dessen Todestag unter anderem bei den IGMG-Ortsvereinen Herrenberg, Heilbronn, Esslingen und Mannheim aufzufinden. Der Frauenjugendverband des IGMG-Regionalverbands Schwaben hielt am 27. Februar 2016 im IGMG-Ortsverein in Biberach eine Veranstaltung unter dem Motto „Wenn die Mission sich ins Herz eingräbt“ ab.
 
In den Kreisen der türkischen „Milli-Görüs“-Mutterpartei „Saadet Partisi“ („Partei der Glückseligkeit“, SP), die seit 2013 auch in Deutschland und Baden-Württemberg organisiert ist, wurde ERBAKANs ebenfalls gedacht. Bereits am 28. Januar 2016 postete der Jugendverband des SP-Regionalverbands Württemberg in den sozialen Netzwerken zu einem Porträt des „Milli-Görüs“-Gründers:
 
„Dies ist Erbakan. Erbakan fasste das Leben als Glaube (iman) und Kampf (cihad) auf. Sein Leben widmete er dem Anliegen der Glückseligkeit der Menschheit. Erbakan ist ein Glaubenskämpfer (mücahid). Sei wie Erbakan!“
 
Ein Posting der SP Karlsruhe besagte:
 
„Februar (subat) ist gleich Märtyrertum (sehadet). Kampf (cihad) heißt, uns mit ganzer Kraft dafür einzusetzen, die Ordnung des Koran zu begründen und in Kraft zu setzen.“

 Schließlich fand am 6. März 2016 in Neckarsulm eine Veranstaltung des SP-Regionalverbands Württemberg im Rahmen der „Erbakan-Woche 2016“ statt. Dort trat neben dem Deutschland-Repräsentanten der Partei auch der ehemalige Privatsekretär ERBAKANs als Gastredner auf. Ein Prediger, der im vergangenen Jahr aufgrund hetzerischer Reden aus Deutschland ausgewiesen worden war, wurde über das Internet aus der Türkei zugeschaltet.