„DIE RECHTE“ ist eine relativ neue rechtsextremistische Kleinpartei. Sie verfügte auch 2017 noch nicht über bundesweite Strukturen. Als Wahlpartei ist sie bislang kaum – und wenn, dann erfolglos – in Erscheinung getreten. Der neonazistische Charakter der Partei offenbart sich nicht zuletzt darin, dass in ihr teils regional, teils bundesweit bekannte Neonazis führende Funktionen innehaben. Bundesweit hat „DIE RECHTE“ etwa 700 Mitglieder (Stand 2016), dem baden-württembergischen Landesverband gehörten im Jahr 2017 etwa 115 Personen an. Landesvorsitzender ist Leon DREIXLER, der auch dem Bundesvorstand als Beisitzer angehört.

Gegründet wurde „DIE RECHTE“ im Mai 2012 in Hamburg. In ihrem Ursprung war sie im Wesentlichen ein Zerfallsprodukt der ehemaligen rechtsextremistischen Partei „Deutsche Volksunion“ (DVU). Mittlerweile tendiert die Partei jedoch zumindest personell in Richtung Neonazismus: Ihr früherer Bundesvorsitzender Christian WORCH ist ein langjährig aktiver und bundesweit bekannter Neonazi. Überdies äußert sich „DIE RECHTE“ zuweilen auch eindeutig neonazistisch, zumindest jedoch entschieden rechtsextremistisch und verfassungsfeindlich.

Der Landesverband Baden-Württemberg wurde nach Angaben von „DIE RECHTE“ im August 2013 in Karlsruhe als damals fünfter Landesverband gegründet. Im Lauf des Jahres 2017 organisierte die Partei hier diverse Aktivitäten mit unterschiedlich großer Außenwirkung. Unter anderem zeichnete sie wiederholt für rechtsextremistische Demonstrationen verantwortlich, z. B. am 3. Juni 2017 für den „9. Tag der deutschen Zukunft“ in Karlsruhe. Ein weiterer Aktionsschwerpunkt waren Wahlkämpfe anlässlich der Bundestagswahl und zweier Bürgermeisterwahlen.

Wahlteilnahme 

Als Wahlpartei spielte „DIE RECHTE“ auch 2017 kaum eine Rolle, sie legte bei Wahlteilnahmen aber einen auffälligen Schwerpunkt auf Baden-Württemberg. Zur Bundestagswahl am 24. September 2017 trat  sie nur hier mit einer Landesliste an. Doch selbst auf Baden-Württemberg-Ebene gerechnet entsprachen die erzielten 2.054 Zweitstimmen einem Anteil von 0 %. Dabei hatte die Partei einen, gemessen an ihren Ressourcen, sehr intensiven Wahlkampf geführt.

Darüber hinaus kandidierten zwei damalige Mitglieder des Bundesvorstands bei Bürgermeisterwahlen, obwohl sie nicht im Land ansässig waren. Der damalige Bundesvorsitzende WORCH aus Mecklenburg-Vorpommern erhielt am 26. März 2017 in Au am Rhein/Kreis Rastatt 0,39 % und bei der notwendigen Neuwahl am 9. April 2017 insgesamt 0,45 % der Stimmen. Sascha KROLZIG aus Nordrhein-Westfalen, Beisitzer im Bundesvorstand, kam am 14. Mai 2017 in Sinzheim/Kreis Rastatt auf 0,8 % der Stimmen.


Informationen zu „DIE RECHTE“ finden Sie im aktuellen Verfassungsschutzbericht ab Seite 157.