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PKK-Chronik | 2010–2011

4. Mai 2010
Belgische Sicherheitsbehörden führen Durchsuchungsmaßnahmen gegen den kurdischsprachigen Fernsehsender „ROJ-TV“ durch. Protestaktionen der PKK und ihr nahestehender Gruppierungen sind die Folge.

8. Mai 2010
Eine Gruppe Kurden überfällt als Reaktion auf eine anfangs privaten Streitigkeit, die in eine ethnische Auseinandersetzung zwischen Türken und Kurden gemündet hat, ein türkisches Lokal in Nürtingen. Vier Gäste werden schwer verletzt.

31. Mai 2010
Die PKK beendet ihren „einseitigen“ Waffenstillstand. In der Folgezeit intensivieren sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen. In der Türkei und im Nordirak kommt es zu heftigen Kämpfen zwischen türkischen Streitkräften und den PKK-Kämpfern. Laut Presseberichten kommen dabei bis zum Sommer des Jahres mehrere hundert Menschen ums Leben.

19. Juni 2010
Bei einem Angriff von etwa 250 HPG-Kämpfern auf eine Militärstation in Semdinli (Provinz Hakkari, Türkei) werden elf türkische Soldaten getötet und 14 verletzt.

13. August 2010
Ein erneuter „einseitiger“ Waffenstillstand der PKK soll bis zu den Parlamentswahlen im Juni 2011 andauern. Damit verbindet die PKK jedoch Forderungen: Der türkische Staat soll seinerseits militärische und politische Operationen einstellen, als PKK-nah beschuldigte inhaftierte Kurden freilassen und Gespräche unter Beteiligung ÖCALANs aufnehmen.

31. August 2010
Die Durchsuchung der Räumlichkeiten von „ROJ-TV“ in Dänemark wird von der PKK und ihren Anhängern scharf verurteilt. Die YEK-KOM startet eine Unterschriftenaktion gegen die Exekutivmaßnahmen.

Oktober 2010
Die Türkei verlängert das befristete Mandat für grenzüberschreitende Einsätze im Nordirak zum dritten Mal um ein weiteres Jahr.

31. Oktober 2010
Eine der PKK nahestehende Gruppierung, die „Freiheitsfalken Kurdistans“ („Teyrebazen Azadiya Kurdistan“, TAK) verübt einen Selbstmordanschlag in Istanbul. 32 Menschen werden zum Teil schwer verletzt.

20. November 2010
Bei einer Kundgebung mit 500 Teilnehmern in der Heilbronner Innenstadt kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Veranstaltung wird aufgelöst, 13 Polizeibeamte werden verletzt.

28. Februar 2011
Die PKK beendet den „einseitigen“ Waffenstillstand und nimmt die Kampfhandlungen wieder auf, da der türkische Staat aus ihrer Sicht nicht auf ihre Forderungen eingegangen ist.

Juli 2011
Bei einer Anschlagsserie der PKK werden Mitte Juli zahlreiche Angehörige der türkischen Luftwaffe getötet. Als Reaktion darauf fliegt diese mehrmals Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak.

August 2011
Die militärische Situation eskaliert, da die Anwälte ÖCALANs diesen seit dem 27. Juli 2011 nicht mehr besuchen konnten. In einer Erklärung der TAK vom 21. August 2011 heißt es, dass nun auch keine Rücksicht mehr auf Zivilisten und Touristen genommen werde.

21. August 2011
Am Rande einer Demonstration gegen die PKK in Stuttgart, welche von national orientierten Türken initiiert wurde, kommt es zu Ausschreitungen. Gegendemonstranten (vornehmlich Kurden) liefern sich Auseinandersetzungen mit den zum Schutz der Kundgebung eingesetzten Polizisten.

28. August 2011
Durch eine Explosion im Touristenort Kemer (bei Antalya, Türkei) werden mehrere Personen leicht verletzt. Die TAK bekennt sich im Anschluss zu dieser Tat.

20. September 2011
Im Zentrum von Ankara zünden die TAK einen Sprengsatz, der drei Menschen tötet und 34 verletzt.

5. Oktober 2011
Abermals verlängert das türkische Parlament das Mandat für grenzüberschreitende Operationen des Militärs im Nordirak um ein Jahr.

19. Oktober 2011
HPG-Kämpfer greifen gleichzeitig acht Stellungen der türkischen Streitkräfte im Raum Cukurca (Grenzregion Türkei-Irak) an. Berichten zufolge werden dabei 24 türkische Soldaten und Polizisten getötet, 18 weitere verletzt. Damit ist dieser Angriff für die Türkei der schwerste und verlustreichste seit 1992. Der Staat reagiert mit Bombardierungen und der Entsendung von Bodentruppen in den Nordirak.

26. November 2011
Trotz des Verbots einer bundesweit beworbenen und geplanten Veranstaltung der YEK-KOM reisen Teile der PKK-Anhängerschaft aus ganz Deutschland nach Berlin, um zu demonstrieren. Sie beteiligen sich teilweise an einem Aufzug „Gegen Faschismus und Rassismus – Staat und Nazis Hand in Hand“, der am selben Tag stattfindet. Die steigende Aggressivität der Teilnehmer entlädt sich schließlich in Angriffen mit Steinen und Feuerwerkskörpern auf eingesetzte Polizeikräfte und türkische Geschäfte sowie in weiteren gewaltsamen Zusammenstößen. Insgesamt werden 71 Personen festgenommen.

28. Dezember 2011
Bei einem Luftangriff türkischer Streitkräfte werden 35 kurdische Zivilisten in der Nähe der Stadt Uludere (kurdisch: Roboski; Provinz Sirnak, Türkei) getötet. In ganz Deutschland werden kurzfristig zahlreiche Demonstrationen mit insgesamt über 6.000 Teilnehmern durchgeführt.