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„Angry, live and loud II“: Zahl der rechtsextremistischen Skinheadkonzerte von 2017 bereits im Juli 2018 übertroffen

Rechtsextremismus     8 | 2018

Rechtsextremistische Skinheadkonzerte sind ein wichtiger Gradmesser für die rechtsextremistischen Aktivitäten in einem Bundesland oder in einer sonstigen Region. 2017 war ihre Zahl in Baden-Württemberg auf drei und damit auf einen äußerst niedrigen Wert gefallen. Dieser wurde bereits Anfang März 2018 wieder erreicht und im Juli sogar übertroffen. Im langjährigen Vergleich bleibt die Gesamtzahl der Konzerte jedoch auf einem niedrigen Niveau.

Die Zahl der rechtsextremistischen Skinheadkonzerte in Baden-Württemberg hatte 2017 (wie schon 2014 und 2015) bei drei (2016: sieben) und damit bei einem äußerst niedrigen Wert gelegen. Durchschnittlich kamen etwa 150 Besucher (2016: ca. 100). Zwischen 1999 und 2013 hatten noch zwischen acht (2000, 2012 und 2013) und 26 (2005) rechtsextremistische Skinheadkonzerte jährlich stattgefunden.

Der niedrige Wert von 2017 wurde bereits am 14. Juli 2018 in Aichstetten/Kreis Ravensburg übertroffen. Dieses Konzert der Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“ trug das Motto „Angry, live and loud II“  und war mit ca. 170 Teilnehmern zumindest zu diesem Zeitpunkt das bis dahin bestbesuchte in Baden-Württemberg 2018. Die durchschnittliche Besucherzahl aller vier Konzerte lag bei ca. 130, war also im Vergleich zu 2017 leicht rückläufig.

Diese vier Konzerte dokumentieren wieder einmal die bundesweite und internationale Vernetzung der baden-württembergischen rechtsextremistischen Musikszene. So spielten neben verschiedenen baden-württembergischen Bands auch solche aus mindestens drei anderen Bundesländern (Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen) und eine aus dem Ausland (Finnland).

Selbst wenn sich die aktuelle Tendenz 2018 fortsetzen und sich die Zahl der rechtsextremistischen Skinheadkonzerte Ende des Jahres weiter erhöhen sollte, dürfte die zu erwartende Gesamtzahl im Vergleich zu den anderthalb Jahrzehnten zwischen 1999 und 2013 zu den niedrigsten Werten gehören. Im Hinblick auf die Zahl rechtsextremistischer Konzerte zählt Baden-Württemberg damit weiterhin nicht zu den „Hochburgen“ in Deutschland.

Von den oben genannten Konzerten sind rechtsextremistische Liederabende zu unterscheiden. Im Gegensatz zu Konzertveranstaltungen finden diese in der Regel in deutlich kleinerem und ruhigerem Rahmen statt und entfalten deshalb kaum Außenwirkung. Für die Organisation sind häufig auch rechtsextremistische Parteien verantwortlich. 2018 fanden in Baden-Württemberg bislang (Stand: 13. August 2018) sieben solche Liederabende statt. Die Teilnehmerzahl belief sich in der Regel auf jeweils mehr oder minder deutlich weniger als 100 Personen.