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Neue Internetplattform „Initiative Wirtschaftsschutz“

Spionageabwehr/Materieller Geheimschutz     10 | 2016

Am 26. April 2016 gab der Bundesinnenminister Thomas de Maizière in Berlin den Startschuss für ein gemeinsames Internetangebot von Staat und Wirtschaft zum Thema Wirtschaftsschutz, das unter der Adresse www.wirtschaftsschutz.info zu erreichen ist. Mitinitiatoren sind die Präsidenten des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW Bundesverband) und des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW) sowie die Präsidenten von Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Bundeskriminalamt (BKA), Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Der Bundesinnenminister erklärte bei der Veranstaltung in Berlin:
 
„Hand in Hand mit der Wirtschaft wollen die deutschen Sicherheitsbehörden unsere Unter- nehmen gegen sämtliche Angriffe auf ihr Know-how und ihre Innovationskraft stärken. So können sie ihre Spitzenstellung auf dem Weltmarkt festigen und ausbauen.“
 
Die „Initiative Wirtschaftsschutz“ hat sich zum Ziel gesetzt, zentrale Unternehmenswerte für Deutschland und seine Wirtschaft besser zu schützen. Dabei arbeiten unter Federführung des Bundesministeriums des Innern mehrere Akteure eng und vertrauensvoll zusammen. Unter dem Leitbild „Gemeinsam. Werte. Schützen.“ hat die „Initiative Wirtschaftsschutz“ ein umfassendes Schutzkonzept gegenüber Wirtschaftsspionage und Sabotage entwickelt, dessen Herzstück die neue Internetplattform ist.
 
Die gemeinsame Internetplattform soll allen nationalen Unternehmen ein ganzheitliches Informations- und Dialogangebot zum Thema Wirtschaftsschutz zur Verfügung stellen und über die aktuellen Strömungen, Gefahren und Abwehrmöglichkeiten im Bereich des Wirtschaftsschutzes informieren. Neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wirken das Bundeskriminalamt (BKA), das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Bundesnachrichtendienst (BND) an der Realisierung und Betreuung der Internetplattform mit und stellen dort gemeinsam ihre Expertise im Bereich Wirtschaftsschutz zur Verfügung. Unterstützt werden die Behörden bei diesem Projekt von Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e. V. (ASW Bundesverband). BDI-Präsident Ulrich Grillo betonte die Motivation seines Verbands, die „Initiative Wirtschaftsschutz“ zu unterstützen:
 
„Die gemeinsam erarbeiteten Projekte und Strukturen der Nationalen Wirtschaftsschutzstrategie schaffen eine hervorragende Grundlage für die weitere Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Entscheidend ist das Miteinander von Experten aus Behörden, Verbänden und Unternehmen. Eine effektive Abwehr gegen Wirtschaftsspionage und Sabotage können weder Sicherheitsbehörden noch Unternehmen alleine leisten.“
 
DIHK-Präsident Eric Schweitzer mahnte mit Blick auf technologisch hoch spezialisierte Mittelständler:
 
„Oftmals wissen sie aber nicht, dass sie vielleicht schon im Fadenkreuz von Wirtschaftskriminalität und Wirtschaftsspionage stehen. (…) Dem Ziel der Nationalen Wirtschaftsschutzstrategie, durch Sensibilisierung und Angebote besonders für KMUs [Kleine und mittlere Unternehmen] die Sicherheitsstandards in der deutschen Wirtschaft zu erhöhen, sind wir mit der Initiative Wirtschaftsschutz einen guten Schritt nähergekommen.“
 
Das Internetportal der „Initiative Wirtschaftsschutz“ umfasst aktuelle Informationen und Einschätzungen zu relevanten Aspekten der Unternehmenssicherheit und zum Schutz des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Informationen über Risikoszenarien sowie praxisorientierte Handlungsempfehlungen sind weitere Bestandteile des Angebots, das durch Spezialthemen ergänzt wird. Darüber hinaus erhalten Unternehmen und Forschungseinrichtungen beispielsweise anhand des vom BfV veröffentlichten „Cyber-Briefs“ aktuelle Hinweise über Cybergefahren. Vom BfV produzierte „Awareness-Clips“ (unter anderem zu dem Spezialthema „Sicherheit auf Geschäftsreisen“) sowie Seminare und eine Übersicht zu aktuellen Veranstaltungen runden das Angebot der „Initiative Wirtschaftsschutz“ ab.
 
Neben dem offenen Bereich steht ein Nutzerbereich zur Verfügung. Hier können sich Angehörige von Unternehmen, Sicherheits- und Wirtschaftsverbänden mit Sitz in Deutschland, von öffentlichen Stellen sowie Forschungseinrichtungen registrieren lassen. Sie erhalten damit Zugriff auf weitere, exklusive Informationen, beispielsweise auf den von BfV, BKA, BND und BSI gemeinsam veröffentlichten „Sonderbericht Wirtschaftsschutz“ und behördliche Sicherheitsempfehlungen. Des Weiteren gibt es im Nutzerbereich ein begleitendes Dialogangebot: Hier haben registrierte Nutzer die Möglichkeit, mit den Sicherheitsbehörden direkt in Kontakt zu treten, um ihre spezifischen Fragen zu Wirtschaftsschutzthemen zu klären und in den gemeinsamen Austausch zu treten. Darüber hinaus werden ihnen zusätzliche Termine für Networking-Veranstaltungen präsentiert.
 
Das neue Informationsportal ist gleichzeitig eine Plattform für weitere Projekte, die zu mehr Dialog und Prävention im Wirtschaftsschutz führen sollen. Darunter befinden sich unter anderem neue Veranstaltungs- und Schulungsformate sowie ein Leitfaden zum Wirtschaftsschutz von der Wirtschaft für die Wirtschaft.
 
Das Angebot der „Initiative Wirtschaftsschutz“ ist ein wichtiger Schritt hin zu einem verstärkten Bewusstsein für Sicherheitsthemen in der Wirtschaft und wesentlicher Bestandteil gemeinsamer Aktivitäten von Staat und Wirtschaft in diesem Bereich. Bundesinnenminister Thomas de Maizière führte hierzu aus:
 
„Mit vereinten Kräften und vereintem Wissen wollen wir alle deutschen Unternehmen erreichen.“
 
Das Portal der „Initiative Wirtschaftsschutz“ steht für die dauerhafte und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft und bündelt alle Aktivitäten, um die deutsche Wirtschaft auch in Zukunft effektiv vor Spionage und Sabotage zu schützen.
 

 Dieser Beitrag ist der Publikation „BfV aktuell“ Nr. 18 vom 4. Mai 2016 entnommen. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Bundesamts für Verfassungsschutz.