Sie sind hier: Startseite > Arbeitsfelder > Ausländerextremismus  > Archiv  > Archiv 2013 > ADÜTDF: Gedenkveranstaltungen für Alparslan TÜRKES

ADÜTDF: Gedenkveranstaltungen für Alparslan TÜRKES

Ausländerextremismus     5 | 2013

Anlässlich des 16. Todestags von Alparslan TÜRKES, Gründer der türkischen „Partei der Nationalistischen Bewegung“ („Milliyetci Hareket Partisi“, MHP) und weiterhin Leitfigur der Bewegung der Idealisten („Ülkücü Hareketi“), veröffentlichte die „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa e. V.“ (Avrupa Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu“, ADÜTDF) eine Sonderbeilage ihres Publikationsorgans „Bülten“ und führte Gedenkveranstaltungen durch, so auch in Weinstadt-Endersbach.

Die ADÜTDF und ihre Mitgliedsvereine gedachten auch in diesem Jahr Alparslan TÜRKESs, der am 4. April 1997 im Alter von 80 Jahren verstorben war. Bereits Ende der 1960er Jahre erhielt TÜRKES von seinen Anhängern die Ehrenbezeichnung „Basbug“. Dieser Begriff stammt aus der alten türkischen Geschichte Zentralasiens und bedeutete damals „oberster Befehlshaber“. Das Betreiben eines Führerkults ist einer der wichtigsten Aspekte innerhalb ultranationalistischer Bewegungen.

In Weinstadt-Endersbach/Rems-Murr-Kreis organisierte der Ludwigsburger ADÜTDF-Mitgliedsverein eine Saalveranstaltung in Gedenken an Alparslan TÜRKES, an der über 100 Personen teilnahmen.

In einer im April 2013 erschienenen Sonderbeilage der „Bülten“, des offiziellen Publikationsorgans der ADÜTDF, wurden Leben und Werk TÜRKESs vorgestellt. Einen besonders großen Raum nimmt darin der Beitrag „Der Basbug und die Jugend“ ein. Vor allem der politischen Sozialisation der Jugendlichen maß TÜRKES stets besonderes Gewicht bei. Dieser Faktor, so seine Überzeugung, steht über der kulturellen und sonstigen Erziehung der Jugendlichen. Obwohl die gesamte Jugend der Türkei angesprochen sei, wisse man, dass hier das Augenmerk auf der überzeugten und organisierten Jugend liegen müsse, schrieb der Autor des Beitrags. TÜRKES habe die in seinem Sinne politisch sozialisierten Jugendlichen als „meine Grauen Wölfe“ („Bozkurtlarim“) bezeichnet und ihnen Folgendes mit auf den Weg gegeben:

„Wir sind türkische Nationalisten. Wir sind Menschen, die für den Erhalt der türkischen Nation, für ihre Erhöhung und ihre Unsterblichkeit kämpfen. Das ist unser Grundprinzip. Das ist das Grundgesetz für jeden Türken und für jeden, der sich als Türke bezeichnet. Jede Idee, jede Handlung muss sich daran orientieren und das umsetzen.

Freunde, ihr werdet die Ideen des Nationalismus unter die gesamte türkische Nation und türkische Jugend streuen. Ich gebe euch eine Fackel in die Hand, mit der ihr jedem den Weg weisen werdet. Mit dieser Fackel in eurer Hand werdet ihr alles bewerten. Schaut, ob eine Bewegung oder ein Wort unserer Idee, dem Türkentum entspricht, und nehmt sie an. Falls sie ihm schaden, werdet ihr sie verwerfen.“

Eine der größten Gefahren für das Türkentum, wenn nicht gar die größte, war für TÜRKES der Kommunismus. In dem Beitrag über sein Verhältnis zur Jugend wird er diesbezüglich wie folgt zitiert:

„Der Kommunismus ist eine Idee. Eine Idee kann nicht mit physischer Gewalt unterdrückt werden. Eine Idee kann höchstens mit einer stärkeren Idee besiegt werden. Daher kann die momentane restriktive Politik die kommunistisch-kurdische Gefahr nicht bezwingen. Denn ihre primäre Aufgabe ist nicht, dieser eine starke nationale Ideologie entgegenzusetzen. Die entgegenzusetzende Ideologie ist die der Neun Lichter [damit ist die 1965 erstmals veröffentlichte „Neun-Lichter-Doktrin“ von Alparslan TÜRKES gemeint]. Sie gilt weiterhin als programmatische Basis für seine Anhänger]. Daher müsst ihr als nationalistische Jugend unsere Ideologie sehr gut kennen. Die Stärke der Nationalistischen Bewegung liegt in ihr.“

Der Autor bezeichnet die „Idealistische Jugend“ („Ülkücü Genclik“) als den größten Dienst, den der Basbug Alparslan TÜRKES der türkischen Nation erwiesen habe. Er definiert die von TÜRKES herbeigesehnte Jugend wie folgt:

„Ein Grauer Wolf (‚Bozkurt‘), ein Idealist, stellt mit jeder seiner Bewegungen (...) mit jedem seiner Worte einen Propagandisten für den türkischen Nationalismus, für die Neun Lichter dar.“

Weitere Themen der Sonderbeilage waren „Das Religionsverständnis des Alparslan Türkes“ und „Das Verständnis von Nationalismus des Basbug“.