Sie sind hier: Startseite > Arbeitsfelder > Linksextremismus > Zahlen, Daten, Fakten

Linksextremismus | Zahlen, Daten, Fakten

Linksextremistisches Personenpotenzial in Deutschland und Baden-Württemberg im Zeitraum 2014–2016

 
2014
2015
2016
BW
Bund
BW
Bund
BW
Bund
Marxisten-Leninisten und andere
revolutionäre Marxisten
,
davon
1.880
21.100
1.880
20.300
1.880
21.800
- DKP
<500
3.000
<500
3.000
<500
3.000
- MLPD
500
1.800
500
1.800
500
1.800
 
Summe der Mitgliedschaften
2.620
28.000
2.660
27.400
2.660
29.400
 
Tatsächliches Personenpotenzial
nach Abzug der Mehrfachmitgliedschaften
2.550
27.200
2.590
26.700
2.630
28.500
 
davon gewaltbereite Linksextremisten
740
davon gewaltorientierte Linksextremisten
7.600
780
7.700
820
8.500
(Stand: 31. Dezember 2016) 

In Baden-Württemberg liegt die Mitgliederzahl linksextremistischer Parteien und Organisationen (nach Abzug von Mehrfachmitgliedschaften) seit Jahren nahezu unverändert bei ca. 2.600 Personen. Bei Parteien wie der DKP und der MLPD blieb die Mitgliederzahl mit jeweils maximal 500 Personen nahezu konstant, allerdings mit einer eher abnehmenden Tendenz. Ursache dafür sind bei der DKP vor allem altersbedingte Abgänge. Inwieweit sich die noch immer schwelenden internen Dissonanzen künftig auf deren Mitgliederbestand auswirken, bleibt weiterhin offen. Auch die MLPD vermag ihren Bestand aufgrund ihrer fortdauernden weitgehenden Isolation im linksextremistischen Lager bestenfalls zu halten.

Die Zahl gewaltorientierter Linksextremisten, überwiegend Autonome, hat sich 2016 mit 820 abermals etwas erhöht (2015: 780). Gleichzeitig ist die Anzahl autonomer bzw. anarchistischer Gruppen in Baden-Württemberg jedoch nur leicht gestiegen.

Bei den linksextremistisch motivierten Straftaten war in Baden-Württemberg ein Anstieg zu verzeichnen, bei den Gewalttaten hingegen ein recht deutlicher Rückgang. Im Zusammenhang mit Bewegungen wie PEGIDA („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) oder HoGeSa („Hooligans gegen Salafisten“) und deren Ablegern, vor allem aber in der Auseinandersetzung mit der Alternative für Deutschland (AfD) wurden die Protestaktionen gegen den „rechten“ Gegner auch auf der Straße fortgesetzt. Dies war insbesondere, aber nicht nur, im Vorfeld der Landtagswahl vom 13. März 2016 festzustellen.

Weitere Informationen zu den Entwicklungen im Linksextremismus finden Sie im aktuellen Verfassungsschutzbericht ab Seite 204.


Hinweise zum Text:
PEGIDA und Bewegungen mit ähnlichen Zielsetzungen werden vom Landesamt für Verfassungsschutz nicht beobachtet. Gemäß seinem gesetzlichen Auftrag beobachtet der Verfassungsschutz allerdings eine Beteiligung von Rechtextremisten oder eine rechtsextremistische Beeinflussung.
Die Alternative für Deutschland (AfD) wird ebenfalls nicht beobachtet.
 
Hinweis zur Tabelle „Personenpotenzial“:
Bei der Darstellung des Personenpotenzials wurde bis 2013 im Bund und bis 2014 in Baden-Württemberg ausschließlich die Anzahl gewaltbereiter Linksextremisten ausgewiesen (siehe entsprechende Spalten). Seit 2014 (Bund) bzw. 2015 (Baden-Württemberg) wird die Anzahl gewaltorienterter Linksextremisten angegeben, in der die Zahl der Gewaltbereiten als Teilmenge enthalten ist. Eine Begriffsdefinition finden Sie im Verfassungsschutzbericht auf Seite 147 (Kapitel Rechtsextremismus).

Politisch motivierte Kriminalität im Bereich Links, davon linksextremistische Straf- und Gewalttaten im Zeitraum 2014–2016

 
2014
2015
2016
BW
Bund
BW
Bund
BW
Bund
Politisch motivierte Kriminalität
im Phänomenbereich Links insgesamt
593
8.113
660
9.605
736
9.389
 
davon:
linksextremistische Straftaten
496
4.424
522
5.620
559
5.230
davon:
linksextremistische Gewalttaten
78
995
135
1.608
99
1.201
(Stand: 31. Dezember 2016)