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Rechtsextremismus | Musik- und Videoportale

Rechtsextremisten nutzen die Vorteile der de facto unkontrollierbaren Kommunikation im „Web 2.0“, um Jugendliche gezielt anzusprechen und Propaganda zu betreiben. 

So bedient sich die Szene u. a. intensiv des Musik- und Videoportals YouTube. Dort konnten z. B. der antisemitische und in Deutschland strafbewehrte NS-Propagandafilm „Jud Süß“ sowie diverse rassistische Clips abgerufen werden. Deutsche Nutzer machen sich strafbar, wenn sie entsprechende Inhalte ins Internet einstellen, auch wenn dies auf ausländischen Plattformen geschieht. 

Neben den oben genannten Filmen werden aber auch historische Dokumentationen eingestellt, wobei die Bandbreite von einem rein geschichtsinteressiert motiviertem Mitteilungsbedürfnis über Kriegsverherrlichung bis hin zur Geschichtsverfälschung reicht. Gemeinsam haben diese Beiträge die überwiegend unkritische Herangehensweise an das Thema und den Hang zu brutalen Szenen. Zum Teil werden aber auch historische Dokumente über den nationalsozialistischen Alltag mit eigenen Kommentaren versehen und neu kombiniert.

Ein besonderes Augenmerk verdient nicht zuletzt auch die zunehmende Berichterstat-tung über Veranstaltungen der rechtsextremistischen Szene mittels selbst gedrehter Videos, die auf YouTube eingestellt werden. Zum Teil wird mit eigenen Kurzvideos bereits im Vorfeld mobilisiert, etwa für Demonstrationen. Darstellungswürdig sind den Aktiven praktisch alle aktuellen Ereignisse aus ihrem Wirkungskreis. Darüber hinaus haben auch rechtsextremistische Musikgruppen die Möglichkeit entdeckt, auf diesem Weg ihre Inhalte zu vermitteln, ohne dabei selbst – oftmals strafrechtsrelevant – in den Vordergrund zu treten.

Alle Videoveröffentlichungen verbindet, dass sie als Werbung für die Szene dienen. Sie sind nicht nur technisch einfach zu realisieren, sondern auch wesentlich günstiger umzusetzen als beispielsweise der Druck von Flugblättern. Darüber hinaus bieten Musik- und Videoportale eine hohe Gewissheit für die Produzenten der (Musik-) Videos, die für sie relevante, überwiegend jugendliche Zielgruppe zu erreichen und auch anzusprechen, da die rechtsextremistische Propaganda auf die gleiche Weise präsentiert wird wie die übrigen Inhalte.