Rechtsextremismus | Soziale Netzwerke

Nach einer ersten Welle eigener Webangebote diverser extremistischer Gruppen und Organisationen folgte bald die Erkenntnis, dass ein nicht ständig aktualisiertes Angebot im Internet auf längere Sicht uninteressant ist. Die Pflege von Websites ist eine zeit- und kostenintensive Angelegenheit, was entsprechende Ressourcen voraussetzt. Ein Teil der Angebote verschwand deshalb wieder aus dem Netz. Diejenigen Gruppen und Organisationen, die über entsprechende personelle Ressourcen verfügen, bieten allerdings ein umfangreiches Repertoire an aktuellen Informationen. 

Um Kosten und Zeit zu sparen, aber auch um direkt Jugendliche anzusprechen, nutzen extremistische Gruppen und Organisationen ebenso soziale Netzwerke, z. B. Facebook, vk.com oder Twitter. So heißt es auf einer Internetseite der Jungen Nationaldemokraten (JN), der Jugendorganisation der NPD: „Die Jugend nutzt Facebook, also nutzen wir es!“ Dementsprechend findet man diverse Facebook-Profile mit Bezug zu Baden-Württemberg.

Die dargestellten Tendenzen erfordern eine verstärkte Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden – gerade auch deshalb, weil das „Web 2.0“ Extremisten eine weitere Möglichkeit eröffnet, Jugendliche direkt zu erreichen. Besonders erfolgversprechend im Sinne des Jugendschutzes erscheint daher die frühzeitige Vermittlung von Medienkompetenz sowie die umfassende Aufklärung und Information über Vorgehensweise und Ideologie von Extremisten.