Rechtsextremistische Skinheads | Weltanschauung

In der Regel zeigen Skinheads wenig Interesse an einer theoretisch-politischen Auseinandersetzung und weisen kein geschlossenes Weltbild auf. Dennoch ist ihre Weltanschauung von wesentlichen Elementen des Nationalsozialismus wie Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus geprägt. Dementsprechend lässt ihre Einstellung eine deutliche Verachtung von Juden, Ausländern, Andersdenkenden und sogenannten Undeutschen wie Obdachlosen, Homosexuellen oder Prostituierten erkennen. Sie stellen sich vielfach als „Saubermänner“ und „letzte Hoffnung“ für die deutsche Nation dar und knüpfen dabei immer wieder Bezüge zum Dritten Reich und hier insbesondere zur SA („Sturmabteilung“; paramilitärische Kampfeinheit der NSDAP). Wegbereitend für diese Einstellung waren zum großen Teil Skinheadbands, denen es gelang, weite Teile der Skinheadbewegung auf die Verteidigung der „nordisch-arischen“ Rasse einzuschwören. Eine Vermischung mit „farbigen Rassen“ wurde und wird strikt abgelehnt. 

Häufig wird in der Szene ein Bezug zu den Wikingern und zu den frühen Germanen hergestellt. Dies äußert sich insbesondere in einer entsprechenden Symbolik. So können über einschlägige Vertriebe Bekleidungsstücke, Poster oder Schmuck mit Wikingerdarstellungen oder Runenabbildungen bestellt werden. Deutlich wird hier eine Abkehr vom Christentum. Das christliche Menschenbild der Gleichheit vor Gott, das der Rassenideologie des Rechtsextremismus widerspricht, wird als „undeutsch“ abgelehnt. 

Als Ersatz für das nur unzureichend vorhandene ideologische Fundament dient in den Reihen der rechtsextremistischen Skinheads Gewalt als Mittel zur vermeintlich politischen Auseinandersetzung. „Schlagkräftige Argumente“ werden dabei bevorzugt. Vorbild für den Straßenkampf ist der „SA-Mann". Die Brutalität und Härte, mit denen im „Dritten Reich“ Gegner ausgeschaltet wurden, finden in der rechtsextremistischen Skinheadszene großen Anklang und spornen zu ähnlichen Vorgehensweisen an.

Auffällig ist die Brutalität, die dabei zu beobachten ist. Die Täter sind häufig entwurzelt, sozial kaum noch integrierbar und zu brutalen Übergriffen bereit – nicht nur gegen die traditionellen Feindbilder, sondern wahllos gegen jedes beliebige „Zufallsopfer“. Auch der Tod des Opfers wird billigend in Kauf genommen. Gewalt dient rechtsextremistischen Skinheads als Ventil, um Hass, Frust und Wut auszuleben.